You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Bereits zum zweiten Mal in Folge wurde das Symposion aufgrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie als Online-Veranstaltung durchgeführt. Es nahmen 135 an der Psychoanalysegeschichte Interessierte daran teil.
Als Ehrengast war Jan Abram, Lehranalytikerin der British Psychoanalytic Society und Autorin mehrerer Bücher zu Winnicotts Theorie, geladen. Mit ihrem Referat »Winnicott and the British Psychoanalytic Society (1919-1971) - a short historical overview« eröffnete sie das Symposion und gab zunächst einen informativen Überblick zu Winnicotts Position in der BPS und seinem beruflichen Werdegang zum Psychoanalytiker anhand einiger seiner Schriften. Abram führte schlüssig ihre Hypothese aus, wie Winnicott, beeinflusst durch seine beiden Analysen bei James Strachey und Joan Riviere, der Todestriebtheorie von Freud eine eigene Theorie der Aggression gegenüberstellte, ausgearbeitet in seinem Artikel »The use of an object« . Das Potential dieser Theorie zeigte Abram im gegenwärtigen Kontext klinischen Arbeitens (auf Distanz oder mit Maske) in Zeiten der Pandemie auf. Abram schloss ihren spannenden und mit Bild- und Tonmaterial angereicherten Vortrag mit Bemerkungen zum umfangreichen Nachlass von Winnicott und seiner wachsenden Popularität am Londoner Institut ab.
Im Anschluss zeichnete die Berliner Psychoanalytikerin Regine Lockot in ihrem Vortrag »Die Kunst, das Schwere leicht zu machen. Martin Grotjahns unwiderstehliche Cartoons« dessen Biographie nach. Der am Berliner Psychoanalytischen Institut zum Analytiker ausgebildete Grotjahn emigrierte 1936 mit seiner »halbjüdischen« Frau Etelka und dem gemeinsamen kleinen Sohn in die USA, wo sich die Familie zuletzt in Los Angeles niederliess und Grotjahn als einer der »Shrinks von Hollywood« auch berühmte Patient*innen behandelte. Lockot führte aus, wie sich Grotjahn in seinen Cartoons wiederholt selbst als Narzissten, aber auch als seinen Lieblingspatienten inszenierte oder seine Beziehung mit Etelka verewigte. Lockot leitete dann