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Adressbücher sind in unserer heutigen Zeit eine Besonderheit geworden. Durch die immer weiter vorangeschrittene Digitalisierung werden kaum noch Adressen handschriftlich vermerkt. Die Daten von Personen, die Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Wohnadressen sind am PC, im Smartphone oder in der Cloud gespeichert, sodass nahezu keine Notwendigkeit mehr besteht, diese auf Papier zu bringen. Das ist zwar einerseits eine Erleichterung in unserem Alltag, andererseits wird man zukünftig wohl selten ein einziges Buch oder Dokument in Händen halten können, das alle Kontakte einer Person beinhaltet.
Das Adressbuch des Psychoanalytikers Otto Fenichel ist ein solches Dokument. Er hat Zeit seines Lebens nur ein einziges Adressbuch geführt, welches sich heute, 75 Jahre nach seinem Tod, im Department of Special Collections im Archiv der UCLA Library (Bibliothek der University of California at Los Angeles) befindet. (Online Archive of California 2000).
Beim Studium der Person Otto Fenichels und seinem Adressbuch mit über 1.800 Einträgen entsteht der Eindruck, dass dieser die Adressen so gut wie jeder Person, mit der er in Kontakt stand, notiert hat. Fenichel, der vor den Nationalsozialisten erst nach Oslo, Prag und dann nach Los Angeles in den USA fliehen musste, hat an all seinen Stationen versucht, enge Kontakte zu seinen Kolleginnen und Kollegen zu knüpfen, und war immer am Aufbau und der Weiterentwicklung der Theorie, Technik und Bewegung interessiert und beteiligt. Alfred Adler, Karl Abraham, Lou Andreas-Salomé, August Aichhorn, Marie Bonaparte, Helene Deutsch, Milton Erickson, Erik Erikson, Paul Federn, Sigmund und Anna Freud, Sándor Ferenczi, Karen Horney, Max Horkheimer, Melanie Klein, Wilhelm Reich, Sándor Radó, Sabina Spielrein und Ernst Simmel sind nur wenige von den vielen anderen Persönlichkeiten in Otto Fenichels Adressbuch.
Das Ziel meiner akademischen Abschlussarbeit war, das Adressbuch zu transkribieren, zu alphabetisieren und zu ordnen, um es anschließend online zugä