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Ausführlich führt der Autor zunächst in Alfred Lorenzers tiefenhermeneutische Methodik als Grundlage seines Ansatzes ein, auch stellt er gleich zu Beginn die von Max Simoneits Schüler und Erbe Karl-Heinz Bönner 1986 verfasste Würdigung seines Lehrers vor - so inszeniert Gerhard Wittenberger eine intensive Auseinandersetzung mit dem seinerzeit bedeutenden akademischen Psychologen Bönner (1932-2017) und mit Simoneit als berufspolitisch zentralen Gestalten der Weimarer Zeit, der NS-Zeit und der Nachkriegszeit. Manchmal etwas zu zügig schreitet der Autor von allgemeinen gesellschaftlichen Betrachtungen zu individuellen Wertungen und Deutungen, hinter denen nach und nach die Biografien Simoneits und Bönners fassbarer werden. Simoneit wurde 1896 in Arys im damaligen Ostpreußen in eine Familie der unteren Mittelklasse (der Vater arbeitete als Briefträger) geboren, war in der Schule Klassenbester, wurde als Soldat im Ersten Weltkrieg verwundet, absolvierte dennoch sehr gut das Examen als Volksschullehrer. Parallel zur Tätigkeit in diesem Beruf studierte er Psychologie in Königsberg und promovierte 1922 zu dem Thema »Willen, Demut, Assoziation«. Zunächst arbeitete er dann als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Königsberg, bevor er 1927 Heerespsychologe bei der deutschen Wehrmacht wurde. Von 1930 bis 1942 leitete er diese sich schnell vergrößerndepsychologische Abteilung.