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Dieser Sammelband vereinigt Vorträge einer Tagung vom 5. und 6. Mai 2021, die Ergebnisse eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Projekts vorstellte.
Der Band gliedert sich in die Themenbereiche Psychiatrie, Psychologie, Psychotherapie und Gesundheitswesen. Jeder Bereich wird durch eine Zusammenfassung der Diskussion der jeweiligen Vorträge abgeschlossen.
Psychiatrie: Der sehr differenzierende einführende Beitrag zu diesem Themenbereich von Ekkehardt Kumbier kommt u. a. zu der Schlussfolgerung: »Die DDR-Psychiatrie gab es nicht. Vielmehr folgte sie als Fachgebiet der internationalen Entwicklung, wenngleich sie von den in der DDR bestimmenden gesellschaftlichen und ökonomischen Bedingungen beeinflusst wurde, die staatlichen und damit politisch-ideologischen Einflüssen unterlagen, und mit der Tendenz zur Entmündigung und staatlichen Kontrolle einherging.« (S. 40). Anschließend vergleicht Maike Rotzoll »Psychiatrie in der BRD und der DDR vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Enquete« und stellt sich die Frage, ob »die kritisierten Missstände spezifisch für die DDR waren oder ob Patient*innen in der BRD zur gleichen Zeit Ähnliches erleben konnten. (S. 51). Ihr Fazit: »… dass es zwischen der Psychiatrie in der DDR und BRD in der Praxis viele Parallelen gab, trotz offensichtlicher verschiedener Kontexte und Begründungszusammenhänge in unterschiedlichen politischen Systemen.« (S. 57). Christof Beyers Beitrag über »sozialpsychiatrischen Austausch zwischen BRD und DDR« resümiert, dass »in den 1960er-Jahren ein gemeinsamer positiver Bezug auf die Sozialpsychiatrie Großbritanniens und der Vereinigten Staaten und ein durchaus reger Austausch zwischen den Psychiater_innen beider deutscher Staaten« stattfindet, »wenn auch vor allem als »Einbahnstraße« von Westen nach Osten«. Die 1970er-Jahre zeigten die Strahlkraft der psychiatrischen »Reforminsel« Leipzig ebenso, »wie die theoretische Untermauerung durch die Texte Weises und Thoms als Modell für linkso