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Ernst Simmel (1882-1947), dessen Briefwechsel mit Sigmund Freud den Themenschwerpunkt dieses Heftes darstellt, war ein deutsch-amerikanischer Psychoanalytiker der zweiten Generation. Durch seine Verwendung einer modifizierten Kurzpsychoanalyse in einem Lazarett im Ersten Weltkrieg und seine Publikation darüber kam er in Kontakt mit Freud und Abraham und zur Berliner Ortsgruppe der IPV. 1926 bis 1930 war er als Nachfolger Karl Abrahams Vorsitzender der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG). Er ist heute noch bekannt als Gründer der ersten Psychoanalytischen Klinik in Tegel, in dessen Ärztehaus Freud bei seinen Berlin-Aufenthalten zwischen 1928 und 1930 zur Korrektur seiner Kiefer-Prothese mehrfach Unterkunft fand. Die dadurch vertiefte Beziehung führte zu einem sporadischen Briefwechsel, der nach Simmels Emigration nach Kalifornien fortgeführt wurde. Freud korrigierte das Manuskript einer von Simmel an der University of Southern California 1938 abgehaltenen Vorlesungsreihe Fundamental Principles of Psychoanalysis. Im Heft wird der erhaltene Briefwechsel wiedergegeben und annotiert, gefolgt von Freuds Vorlesungskorrekturen. Im Anschluss wird von Ludger M. Hermanns, dem Herausgeber, Simmels Beziehung zu Freud nachgezeichnet, wie sie sich in den Briefen widerspiegelt.
Die Beiträge »Aus der Forschung« werden von einer Untersuchung von Richard Skues eröffnet, der die Träumerin in Freuds posthum veröffentlichtem Manuskript »Eine erfüllte Traumahnung« durch akribische Quellenrecherche als Fanny Bardas identifizieren kann. Auf theoriegeschichtlicher Ebene vertritt er die These, dass Freud jenen »Ahnungstraum«, den er auch in der Psychopathologie des Alltagslebens erörterte, immer weniger als ein Traumphänomen, sondern vielmehr als eine Erinnerungsstörung auffasste. Andreas Seeck beschäftigt sich in seinem Beitrag mit Freuds Verwendung der Stenografie und stellt die wichtigsten seiner Funde in Transkription vor. Erwin Kaiser untersucht den Einfluss des Wiener Philos