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Auf die Briefe Freuds an Simmel stieß ich im März 1985 im Keller des Los Angeles Psychoanalytic Institute, als ich dort zur Vorbereitung der historischen Ausstellung für den Internationalen Psychoanalytischen Kongress in Hamburg zu Recherchen weilte. Ich lernte dort den Psychoanalytiker Lawrence J. Friedman (1907-1986) kennen, der als Emigrant aus Ungarn Simmel, Fenichel und Deri noch persönlich kennengelernt hatte und mir die Geschichte der FreudBriefe erzählen konnte. Sie waren nach dem Tode Ernst Simmels 1947 von seiner Witwe an Frances Deri verkauft worden. Nach Deris Tod brachte sie ihr Freund und Nachbar in Bel Air L. Friedman ins Psychoanalytische Institut, in dessen Safe sie noch heute lagern.
1964 hatten David Brunswick und Frances Deri Freuds Briefe an Simmel in Auswahl und Auszügen ins Englische übersetzt und im Journal of the American Psychoanalytic Association veröffentlicht . Die spontane Absichtserklärung, die Briefe mit mir gemeinsam in der deutschen Originalsprache zu publizieren, musste Friedman wenige Wochen später voller Bedauern widerrufen, da er kurze Zeit nach unserer Begegnung von heftigen Angstanfällen heimgesucht worden war, den schlimmsten, seit er in USA Zuflucht vor der nationalsozialistischen Verfolgung gefunden hatte. Auch nachdem die Freunde und Kollegen Mechthilde Kütemeyer und Ulrich SchultzVenrath von einer Forschungsreise aus der Library of Congress in Washington einen Großteil der erhaltenen Briefe Simmels an Freud 1987 mitgebracht hatten, blieb die Arbeit an der Briefwechseledition wegen vielfältiger anderer Projekte liegen.
Die erste Erforschung von Simmels psychoanalytischer Klinik in Tegel schlug sich in mehreren Zeitschriftenaufsätzen und Buchbeiträgen nieder (; ; ; ; ).
Sodann gelang es U. SchultzVenrath und mir 1993, die ausgewählten Schriften Ernst Simmels in deutscher Sprache im FischerTaschenbuchVerlag zu veröffentlichen, wozu etliche der amerikanischen Aufsätze erstmals in d