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Karl Landauer (1887-1945) hatte gemeinsam mit Heinrich Meng, Frieda Fromm Reichmann, Erich Fromm und S. H. Foulkes versucht, die Psychoanalyse in Südwestdeutschland zu verankern, insbesondere durch die Gründung des Frankfurter Psychoanalytischen Instituts im Jahre 1929. Nach dem Boykott jüdischer Arzt und Anwaltspraxen am 1. April 1933 floh er zu Verwandten nach Schweden. Diese kurze Episode blieb im Gedächtnis der Familie erhalten. Ihr wurde sonst wenig Beachtung geschenkt.
Durch Dokumente, wie Briefe Landauers an Max Eitingon, Unterlagen aus dem Schwedischen Reichsarchiv, einem Interview Kurt R. Eisslers mit Alfhild Tamm, der ersten schwedischen Analytikerin, wurde die Bedeutung dieser nur einige Monate dauernden Exkursion erschlossen. Tamm versuchte Karl Landauer als prominenten Lehranalytiker bei der Gründung einer schwedischen psychoanalytischen Vereinigung zu gewinnen, die ihre Mitglieder autonom ausbilden könnte. Dieses Vorhaben scheiterte am Widerstand der dortigen Ärztekammer, Karl Landauer über die Lehrbefugnis hinaus die Behandlung von Patienten zu erlauben. Es wird aber auch die
ambivalente Haltung Landauers gegenüber dem Projekt deutlich, dessen Gelingen sein Leben hätte retten können.