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Die 1878 in Budapest geborene jüdische Rachel Berdach trat im vergangenen Jahrhundert mit einigen ungarischen Gedichten in die Öffentlichkeit. Später ließ sie ihren Namen ändern in R. B. Bardi und begann auf Deutsch zu schreiben. In Berlin hatte sie Kontakt mit Karl Abraham und ihrem Analytiker Theodor Reik, der später von der Entstehung ihres Romans »Der Kaiser / die Weisen und der Tod« erzählt. Der Roman über Friedrich II. in Sizilien ist nicht wirklich ein historischer Roman, wie das Vigel im Titel deutlich macht. Er erscheint 1938, in den Tagen des Einmarschs der Nazis in Österreich, was sein sofortiges Verschwinden und seine Nichtrezeption erklärt. Die Autorin emigriert nach London und sendet Freud eines ihrer Exemplare. Freud zeigt sich tief beeindruckt von dem Roman und schreibt ihr einen berührenden Brief. Er lädt sie zum Besuch ein, in dessen Verlauf er ein Nachwort für die geplante englische Ausgabe entwirft. Besonders berührt ihn, dass in den Gesprächen der mittelalterlichen Weisen die Psychoanalyse lebendig scheint. Die Autorin reist weiter in die Schweiz, ihr Roman scheint vergessen, bis er im letzten Jahr im Berliner Arsenal-Verlag neu aufgelegt wurde.
The Meeting of Rachel Berdach and Sigmund Freud