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Ich kannte den britischen Psychoanalytiker und Historiker der Psychoanalyse Brett Kahr schon durch seine Bücher über D. W. Winnicott (siehe: D. W. Winnicott: A biographical portrait, 1996; The legacy of Winnicott: Essays on infant and child mental health, das er 2002 herausgab; und Tea with ), und über Freud (Life lessons from ; und Coffee with ), und darum nahm ich gerne den Vorschlag von Michael Giefer an, Kahrs neuestes Buch zu lesen und zu besprechen. Von seinen vielen Büchern (z. B. auch auf dem Gebiet der forensischen Psychiatrie, wie New horizons in forensic psychotherapy: Exploring the work of Estela V. Welldon), liegt bisher nur ein Buch
auf Deutsch vor . Das vorliegende Buch ist ein direktes Ergebnis der COVID-Pandemie, und zwar auf den folgenden Ebenen: Seitdem Brett Kahr Mitte März 2020 anfing, mit seinen PatientInnen per Telefon und online zu arbeiten, wurde für ihn die erneute systematische Auseinandersetzung mit Freuds Leben und Werk zu einem groâen Trost; zudem konnte er ab Juni 2020 über dieses Thema eine Reihe von Webinaren halten und dadurch Geld für das geschlossene Londoner Freud Museum sammeln; drittens ist Thema des Buches die positive, bzw. musterhafte Art und Weise, in der Freud selbst mit den Pandemien bzw. Dramen und Tragödien seines eigenen Lebens umging.
Dazu rechnet der Autor: die systematische Ausgrenzung, welcher Freud als Jude und die Psychoanalyse als die perverse Schöpfung eines Juden unterzogen wurde (siehe Kapitel 1); das Drama und die Tragödie des Ersten Weltkrieges, wie sich das auch auf seine Söhne und die ganze Familie auswirkte, und die Spanische Grippe, an welcher seine Tochter Sophie am 25. Januar 1920 mit 26 Jahren starb (siehe Kapitel 2); Freuds Zigarrenabhängigkeit und sein über 15-jähriger Kampf gegen den dadurch verursachten Krebs der Mundhöhle (siehe Kapitel 3); die gewaltsame Besetzung Österreichs durch die Truppen und das Regime von Adolf Hitler und der Kampf um sein persönliches Überleben (siehe Kapitel 4).
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