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In seinem Vorwort präsentiert Ludger Hermanns eine bemerkenswerte Übersicht über in der Psychoanalyse tätige Frauen, von denen einige ja zu den Prominentesten des Fachs zählen. Einige der Beiträge des Buches entstammen Vorträgen auf Symposien zur Geschichte der Psychoanalyse und wurden bereits in LuziferAmor veröffentlicht. Fundiert stellt die Autorin Leben und Werk von Joan Riviere, Grete Bibring, Fanny Lowtzky, Grete Obernik und Eva Rosenfeld vor. Riviere, deren Psychoanalyse bei Ernest Jones »scheiterte« und die dann von Sigmund Freud analysiert wurde, schilderte, dass Freud mit ihr in Analysestunden ihre Übersetzungen seiner Werke besprach und sie gleichsam als »Sekretärin« behandelte. Jones rivalisierte mit ihr über Übersetzungsfragen - das alles vor dem Hintergrund
eines fundierten Engagements Rivieres für die Psychoanalyse und aus heutiger Sicht zu großzügigen Absprachen Freuds, wenn es um die Übersetzung seiner Texte ging. Riviere schilderte ihre Auseinandersetzung mit Freud darüber, in welcher Sprache die Analyse durchgeführt werden solle, Freud habe auf Deutsch bestanden, obgleich dies für die Analysandin die Fremdsprache sei und Freud sehr gut Englisch verstanden habe. Eindrucksvoll wirkt Rivieres Zusammenfassung: »Sie sei inzwischen mit vielen Aspekten seiner Technik nicht einverstanden. Er sei mehr an der Arbeit im Allgemeinen, den Übersetzungen, dem Verlag als an ihr als Person interessiert gewesen… Sie sei frustriert gewesen und nicht auf ihre Kosten gekommen, weil Freud praktisch die ganze Sitzung dem »Business« gewidmet habe.« (47) Freud las ihr sogar einen Brief von Jones an ihn vor, in dem sie nicht lobend erwähnt wurde - sie habe sich so verhalten, dass Freud ihre Verärgerung nicht gespürt habe (49). - In ihrer abschließenden Wertung scheint die Autorin im Unterschied zu Riviere Freud für seine problematischen Verhaltensweisen rechtfertigen zu müssen, die sich ja auch im Umgang mit anderen Kolleginnen zeigten, insbesondere gegenüber Sabina Sp