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Die Werkausgabe der Schriften des bedeutenden Schweizer Psychoanalytikers, Neurologen, Schriftstellers und politisch Engagierten ist dank der minutiösen Arbeit von Johannes und Michael Reichmayr auf 19 Bände angelegt. Insgesamt 170 zwischen 1983 und 1991 von Paul Parin (1916-2009) verfasste Beiträge umfassen den Band 10 mit dem Eingangsmotto »Psychoanalyse als Gesellschaftskritik und Kritik der Psychoanalyse«. Sie erschienen als Buchbeiträge, in Fachzeitschriften und in vorwiegend dem linken Spektrum zugehörigen Tages- und Wochenzeitungen in der Schweiz und Deutschland. Parins eigene Position als marxistischer Psychoanalytiker wird sehr deutlich, sowohl in seinen Engagements für eine politisch engagierte Psychoanalyse, in seiner Arbeit als Chirurg in der jugoslawischen Befreiungsarmee von 1944 bis 1945, in seinem Engagement für politisch Verfolgte, für Flüchtlinge und für eine fortschrittliche Welt und Innenpolitik, als auch in seinen Abgrenzungen vom sowjetischen Kommunismus sowie von stalinistisch anmutenden Entwicklungen des ihm auch persönlich sehr vertrauten jugoslawischen Kommunismus. Ein zentraler Text hierzu ist »Das Studium des »subjektiven Faktors« (238- 257), den er seinem langjährigen Weggefährten Helmut Dahmer widmete (der seinerseits das Vorwort zu diesem Band verfasste). Parin schildert die Entwicklung der Kommunistischen Partei Jugoslawiens unter Führung von Josip Broz Tito, die Auseinandersetzungen mit der Sowjetunion und den Umgang mit sozialistischen Kritikern wie Milovan Djilas. Parin nahm selbst an wissenschaftlichen Diskussionen in Zagreb teil und schildert letztlich das Scheitern, psychoanalytische Inhalte in eine avisierte Enzyklopädie einzubringen. Seinen eigenen Standort des Ethnopsychoanaltikers formuliert er in Abgrenzung von der Kritischen Theorie und vom Freudomarxismus. »Erst später wurden die Methoden der Ethnologie und der Freud'schen Psychoanalyse bewusst im Rahmen der dialektischmaterialistischen Auffassung von der Gesellschaft un