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Dass Harald Schultz-Hencke (1892-1953) 20 bis 25 Jahre lang eine Hauptfigur der Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland war, steht außer Frage. Eine der beiden psychoanalytischen Gruppen, die es in der jungen Bundesrepublik nach der Abspaltung der DPV von der DPG gab, die ältere DPG, stellte sich in ihrer theoretischen und klinischen Ausrichtung jahrzehntelang mehr oder weniger in die Tradition seiner »Neopsychoanalyse«, die er dezidiert als eine Weiterentwicklung der Freud'schen Psychoanalyse verstanden hatte. Obwohl es in den letzten 30 Jahren im Zuge der Wiederannährung der DPG an die IPV, die mit einer Abkehr von Schultz-Hencke verbunden war, ruhig um ihn wurde, sollte man meinen, dass es nichts weniger als angemessen ist, wenn eine historiografische Zeitschrift wie LUZIFER-AMOR ihm einen Themenschwerpunkt widmet.
Die Durchführung dieses Plans stieß jedoch auf Schwierigkeiten, die in der jüngeren Geschichte der Zeitschrift ohne Parallele sind. Drei Beiträge, die an sich zugesagt waren, wurden im Vorfeld aus mehr oder weniger expliziten Vereinsrücksichten wieder zurückgezogen, darunter einer zum Thema »Abschied (der DPG) von Schultz-Hencke«. Offenbar ist Schultz-Hencke immer noch eine Figur, an der sich in Deutschland die Geister scheiden; die Affekte aus der Spaltungsgeschichte von 1949/50 und aus den Abgrenzungskämpfen, die danach zwischen den Gruppen ausgefochten wurden, scheinen bis heute nachzuzittern (von anderen, aktuellen Anlässen zu schweigen). Dass das Heft schließlich doch zustande kam, ist nicht zuletzt das Verdienst von Steffen Theilemann, der sich seit Jahrzehnten der Erforschung der Biografie von Schultz-Hencke verschrieben hat (als neue Frucht dieser Arbeit soll im Sommer 2024 ein Buch von ihm über »Harald Schultz-Hencke: als Psychoanalytiker im Nationalsozialismus« erscheinen). Er hat nicht nur zwei eigene Mitteilungen aus seinem reichen Materialfundus beigesteuert, sondern auch bei der weiteren Akquisition von Texten mitgeholfen. So kann LUZI