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Warum und wozu ein Handbuch psychoanalytischer Grundbegriffe in einer psychoanalysehistorischen Zeitschrift besprechen? Weil Idee und Grundkonzeption dieses Handbuchs eben auch einen historischen Zuschnitt haben. Der emeritierte Münchener Psychologie-Ordinarius und Psychoanalytiker Wolfgang Mertens legt in bereits fünfter und überarbeiteter Auflage sein Handbuch vor, das er 2000 zusammen mit Bruno Waldvogel begründet hatte. Von A wie Abstinenz bis Z wie Zwei-Personen-Psychologie hat er eine Vielzahl von Kolleginnen und Kollegen (insgesamt 137) für Beiträge gewinnen können. Abgesehen von der insgesamt befriedigenden bis teilweise hervorragenden Qualität der einzelnen Texte ist die systematische Gliederung der einzelnen Stichpunkte hier hervorzuheben. Es werden zumeist jeweils fünf verschiedene Gesichtspunkte hintereinander abgehandelt: 1. Definition, 2. klassische Auffassung und ideengeschichtlicher Hintergrund, 3. wesentliche Erweiterungen und Differenzierungen, 4. die Bedeutung des Begriffs in den verschiedenen psychoanalytischen Schulrichtungen und 5. interdisziplinäre Beiträge und Befunde. Dem folgt hinter jedem Stichwort die einschlägige Literatur. Anders als bei Laplanche/Pontalis oder Nagera wird also keine kanonische Festlegung angestrebt, sondern das Gewordensein der Begriffe entwickelt und über den relativen Gebrauch je nach Schulrichtung informiert. Außerdem wird ein interdisziplinärer Blick über den Tellerrand angestrebt. Diese Systematik ist nach wie vor herausragend gelungen.
Auch wenn eine jährliche Aktualisierung wie in medizinischen Nachschlagwerken wie dem Pschyrembel in der Psychoanalyse nicht erforderlich scheint, hat die mehrfache Neuauflage in den 22 Jahren neuen Trends und Sichtweisen insbesondere durch Aufnahme neuer Stichworte Rechnung getragen; für die 5. Auflage waren es »Transgenerationale
Weitergabe« und erstaunlicherweise erst jetzt »Supervision«. Andererseits waren alte Stichworte wegen neuer Erkenntnis- und Forschungslagen zu überarb