You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Erneut fand das Symposion als hybride Veranstaltung in den Räumen der International Psychoanalytic University Berlin statt und war mit 90 Teilnehmern in Präsenz sowie 23 weiteren online gut besucht. Bemerkenswerterweise befanden sich die aus drei Kontinenten stammenden Referenten alle vor Ort. Nach einem Grußwort von Jan-Hendrik Olbertz, Präsident der IPU, eröffnete Christfried Tögel aus Lausanne als Ehrengast das wissenschaftliche Programm mit seinem Vortrag »Im Anfang war der Tratsch,« worin er dessen Bedeutung in der Geschichte der Psychoanalyse beleuchtete. Die Textform wird in der kommenden Ausgabe abgedruckt. Den Abend beschloss eine von Susann Heenen-Wolff, Louvain-La-Neuve, zusammen mit dem »Ensemble Berggasse 19« choreographierte szenische Lesung mit Musik: »Die wahre Geschichte von Sigmund Freud - eine wissenschaftliche Komödie«.
Horst Bredekamps Beitrag »Dissimulazione onesta« widmete sich Freuds Bilderpraxis und insbesondere der Bedeutung seiner fast 3.000 Kleinskulpturen, die in Sprech- und Arbeitszimmer aufgestellt waren und von denen viele Freud auch in die Sommerferien begleiteten. Bredekamp verwies auf Freuds schuldbeladenes Aufbegehren gegen das Bilderverbot des Tanach und fand hierin Parallelen zu Kafka. Georg Augustas (Wien) Untersuchung über »Die frühen Jahre der Mittwochgesellschaft 1902-1906« betonte die Rolle von Wilhelm Stekel als Impulsgeber; sie ist bereits in der letzten Ausgabe von LUZIFER-AMOR (73) erschienen. Erwin Kaiser aus Berlin forderte seine Zuhörer mit einer Analyse der »Erkenntnistheoretischen Aspekte von Freuds Sprachauffassung«. Er plädierte dafür, neben dem bekannten metapsychologischen Konzept einer Trennung bzw. Verbindung von Wort- und Sachvorstellungen, wie sie zuerst in der Aphasien-Monographie von 1891 dargelegt ist, auch eine klinische Auffassung Freuds zu akzeptieren, wie dieser sie im Briefwechsel mit Fließ skizzierte. Die Diskutanten verwiesen auf Parallelen und Wiederanknüpfungen bei Lacan und Lorenzer.
Eine deutlic