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Der Band 18 der von Johannes und Michael Reichmayr herausgegebenen Werkausgabe der Schriften Paul Parins beinhaltet dieses 1971 erstmals erschienene Buch mit dem Untertitel »Psychoanalyse und Gesellschaft am Modell der Agni in Westafrika«. 52 Jahre liegen dazwischen, sowohl die Psychoanalyse als auch die Gesellschaft haben sich stark verändert, traditionelle Lebensformen sind weltweit auf dem Rückzug, die globalen Verteilungskämpfe und Interessensgegensätze nahmen trotz Dekolonisierung massiv zu, viele Eliten sind überall mehr an ihrem Wohlergehen als an den Bedürfnissen der Masse der Menschen orientiert.
Das Buch beginnt schockierend, aber angesichts der Lage vieler Nationen 2024 schockierend aktuell tönend mit Verweis auf Albert Camus‘ Drama Caligula: »Uns kamen sie (= die Agni) vor wie die Römer der Spätzeit: stolz auf die verblassende Erinnerung an ihre längst vermoderten und halbvergessenen Krieger, hochmütig herunterblickend von der Höhe einer vergangenen Macht, in deren Schein der Zerfall noch armseliger und schmerzlicher erscheint. Intelligent und raffiniert breiten sie den Purpur der zerrissenen Togen ihrer gesellschaftlichen Etikette über die Blöße der Sittenlosigkeit und Armut, opfern sie in ausschweifenden,
ruinösen Totenfesten, mit den Ritualen gekaufter fremder Götter, den Manen, die sich zu Recht an ihren Kindern rächen …« (30).
1971 wie 2023 werden die Lesenden durch ausführliche historische und soziologische Analysen sowie psychoanalytisch geprägte Gespräche mit Mitglieder der Agni-Ethnie in der Elfenbeinküste an der Grenze zu Ghana in Westafrika geführt. Hatten die Agni im 19. Jahrhundert selbst vom Sklavenhandel profitiert, stellen heute Kaffee- und Kakaoanbau die wichtigste ökonomische Struktur dar. Seit den Zeiten des Kolonialismus bis heute besteht somit eine gravierende Abhängigkeit vom Weltmarkt, die immer wieder auch in den protokollierten und veröffentlichten Gesprächen mit den Einheimischen aufscheint - und die die von den AutorInnen beto