You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Es ist der vierzehnte Band dieser prominenten, seit Anfang der 1990er-Jahre publizierten autobiografischen Reihe, in der Psychoanalyikter_innen sich und ihre biografische, berufsbezogene Entwicklung darstellen. Generell ist diese wertvolle Reihe in die spärlichen -psychoanalysegeschichtlichen
Wissenschaftsdarstellungen einzuordnen. In diesem Band liegt der geografische Kristallisationspunkt in Frankfurt am Main, lässt man den Beitrag von Ita Grosz-Ganzoni aus der Schweiz beiseite. Gemeinsam ist den Beiträgen, dass sie fast ausnahmslos als Ausgangspunkt der persönlichen Entwicklungen von der Vertreibung, der Migration erzählen bzw. die Folgen einer solchen familiären Betroffenheit als Widerfahrnis schildern. Beeindruckt hat mich, dass zwei Beiträge dadurch zustande kamen, weil befreundete, an den Narrationen interessierte Kolleg_innen Interviews oder »Gespräche geführt« haben, die dann verschriftlicht wurden. Beim Lesen wird der Eindruck spürbar, dass es synthetische Zusammenführungen der Interviewerfahrungen und auch Fakten sind, die an die Übersetzungsanforderungen erinnern, an die uns Paul Ricoeur ermahnte. Diese so gesehen als Textübersetzung verstehbaren autobiografischen Lebensbeschreibungen sind sehr informativ, weil subjektiv, aber auch faktisch bisher unbekannt.
Hier ein paar Schlaglichter, ein Lesebericht, der von Berührung, Irritation und auch interessengeleiteter Neugier motiviert ist.
Eugenia Fischer schildert, wie sie hinter dem Eisernen Vorhang durch ihren Vater, ebenso Psychoanalytiker, in der Tschechoslowakei aufwuchs, ihre Vorfahren im zaristischen Russland zu leiden hatten, dann Anfang der 1920er-Jahre emigrierten. Ihre Großmutter war jüdischer Abstammung, daher im NS unter der Besatzung in Gefahr. Als 1935 in Prag Geborene erinnert sie die Angst im NS, genauer vor der Gestapo, die sie »zweimal nachts zu einer Durchsuchung unserer Wohnung« erschreckten. Der Vater hatte den Krieg als einziger Psychoanalytiker in der Tschechoslowakei überlebt, baut