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Mit dem 75. Heft im 38. Erscheinungsjahr feiern wir auch ein kleines Jubiläum von LUZIFER-AMOR und denken mit Dankbarkeit an Gerd Kimmerle, den Gründungsherausgeber (zusammen mit Bernd Nitzschke) und ersten Verleger der Zeitschrift bei seiner edition diskord in Tübingen zurück, der in seiner Frau Dagmar Kimmerle eine wesentliche Stütze hatte. Seit 2009 hält uns Roland Apsel mit seinem Frankfurter Verlag Brandes & Apsel und seinen verlässlichen und kompetenten Mitarbeiterinnen die Treue, wofür wir ebenfalls dankbar sind.
Dieses Heft hat zwei sehr unterschiedliche Themenschwerpunkte. Den ersten bestreitet Ulrike May mit einer Briefedition. Sie ist bereits seit dem achten Heft 1991 als Autorin bei LUZIFER-AMOR aktiv und hat viele wertvolle Beiträge geliefert. Hier lässt sie aus dem spröden Material von 41 Briefen Anna Freuds an Max Eitingon aus den Jahren 1926 bis 1928 einen bisher kaum beachteten Wendepunkt der psychoanalytischen Technik anschaulich hervortreten: In ihrer Einführung in die Technik der Kinderanalyse erweist sich Anna Freud nämlich als Pionierin der Technik und überschreitet mutig bis dahin bestehende Neutralitäts- und Abstinenzgebote, um der besonderen Verfassung der Kinder gerecht zu werden. Von ihrem Vater und Sándor Ferenczi erfährt sie dabei Rückendeckung, während sie von der englischen Schule in Veranstaltungen, die zum europäischen Kontinent hin fast verborgen gehalten werden, regelrecht abgefertigt wird. Auch wenn sie später einige der Neuerungen revidiert, bleibt sie doch beim Kreieren eines kinderanalytischen Ausbildungsgangs unabhängig und selbstbewusst. Ihre Beziehungen zu Lou Andreas-Salomé und Max Eitingon durchlaufen in diesen Jahren schwere Krisen, was für den letzteren Fall seit langem bekannt war, für den ersteren dagegen hier erstmalig hervorgehoben wird.
Der zweite Themenschwerpunkt ist dem deutsch-amerikanischen Psychiater und Psychoanalytiker Martin Grotjahn aus der dritten Analytikergeneration nach Freud gewidmet. Er hat 1987 eine