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Georg Groddeck wurde 1920 Mitglied der Berliner Psychoanalytischen Vereinigung. Anlass war sein Wunsch, Freud eine Freude zu machen und für sich ein breiteres Forum für seine Ideen zu finden. Vorbeugend schränkte er aber gleich ein, dass er nicht ganz hineinpasse.1 Das sollte sich auch bewahrheiten. Er blieb bis zu seinem Tod ein Außenseiter in der psychoanalytischen Gesellschaft. Reglementierungen, Vorschriften, Gesetzemachen oder wissenschaftliche Festschreibungen, an die er sich zu halten hatte, lehnte er ab, forderte seinen Widerstand heraus.2 Diese Haltung durchzieht sein ganzes Leben. In seinem Vater hatte er hierin ein erstes Vorbild. Im Buch vom Es beschreibt er ihn als einen Ketzer unter den Ärzten, der sich selbst Autorität war, der seine eigene Wege und Irrwege ging und bei dem von Respekt vor der Wissenschaft weder in Worten noch in Taten viel zu spüren war.3 Während seines Studiums schloss er sich dann dem naturwissenschaftlichen Außenseiter Prof. Schweninger an. Mit dessen Hilfe konnte er sich vorzeitig von seiner Militärdienstpflicht befreien, wurde dessen Assistent und »Schreibwerkzeug«.4 Von ihm lernte er auch das individualisierende Behandeln, in das sämtliche Lebensumstände des Erkrankten einbezogen wurden. Schablonenhaftes Behandeln, wie es häufig in der naturwissenschaftlichen Medizin stattfand, lehnten beide ab. Ebenso bekämpften sie staatliche Vorschriften und Einmischungen in das Arzt-Patienten-Verhältnis. Mit einer bösen Satire z. B. reagierte Groddeck in seinem Artikel »Dr. Besserwisser«5 1906 auf das Preußische Seuchengesetz vom Jahr zuvor.
Ab 1897 betrieb Groddeck als Privatarzt gemeinsam mit seiner Schwester Lina in Baden-Baden ein Privatsanatorium für Kranke und Gesunde. Im Jahr 1900 kauften sie das Sanatorium Marienhöhe, in dem er seine Patienten bis zu seinem Tod 1934 behandelte. Seine Schwester starb bereits 1904. In den Jahren bis zum I. Weltkrieg war er neben seiner ärztlichen Tätigkeit als Sozialreformer tätig, war Mitbegründer ein