You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ausgangspunkt dieses Aufsatzes ist die Tatsache, dass Freud Jenseits des Lustprinzips in zwei Phasen schrieb und die Konzepte der Lebens- und Todestriebe erst in der zweiten Fassung des Manuskripts formulierte. Es wird die These vertreten, dass Freud die letztere Theorie einführte, um für ihn inakzeptable Implikationen seiner Argumentation in der ersten Fassung des Textes zu korrigieren. Hier war die traumatische Neurose das Modell für evolutionsbiologische Spekulationen, und spezifische biologische Theorien spielten eine entscheidende Rolle. Das ändert sich in der zweiten Fassung des Textes radikal, vor allem mit der Einführung der »Lebenstriebe«. In den zwei Fassungen des Textes positioniert sich Freud auf unterschiedliche Weise in Debatten der Lebenswissenschaften seiner Zeit, in denen mechanistische und vitalistische Theorien entwickelt werden, um sowohl phylogenetische als auch ontogenetische Veränderung, Entwicklung, Zweckmäßigkeit und Finalität zu denken und erklären.
Traumatic Neurosis and bio-analytical speculation in Freud's Beyond the Pleasure Principle