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Der Aufsatz erinnert an das Schicksal des Berliner Antiquars Reinhold Stahl, der 1936 Freuds Briefe an Wilhelm Fliess erworben hatte und an Marie Bonaparte weiterverkaufte. Schon als Jugendlicher wuchs er in die Berliner Kulturszene hinein, gründete ein Antiquariat, schloss sich der Buchkunstbewegung an und handelte sowohl in Berlin als auch in Paris mit Büchern und Autographen. Anhand von Auktionskatalogen wird die Zusammensetzung des Teilnachlasses, den Stahl von Conrad Fliess übernommen
hatte, rekonstruiert. Nach dem Verkauf der aufgeteilten Sammlung emigrierte Stahl nach Italien, wo er nach dessen Kriegseintritt in Civitella del Tronto interniert wurde. Ein Briefwechsel aus dieser Zeit mit dem Dresdener Zoologen Klaus Günther enthält seine Meditationen über die herrschenden Zustände und ihre dichterische Verarbeitung. Erwähnung findet darin auch der anhaltende freundschaftliche Kontakt zu Marie Bonaparte, die Stahl vor der Deportation nach Auschwitz nicht bewahren konnte. In einem Anhang werden die frühesten Freud-Autographen, die in den Antiquariatshandel gelangt sind, aufgeführt und als neue Quellen gewürdigt.
Reinhold Stahl . Art writer and antiquarian