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Am 6. Mai 2024 gab es in der Bibliothek der IPU ein ganz besonderes Ereignis. Eine verhüllte Vitrine erwartete die nach und nach eintrudelnden Besucherinnen und Besucher. Viele von ihnen kannten sich und es entstand der Eindruck eines »Archiv-Veteranen-Klassentreffens«. Es schien, als würden sich keine jungen Menschen für diese Veranstaltung interessieren – sieht man von den wenigen IPU-Studierenden ab, die für das leibliche Wohl der Gäste verantwortlich waren.
Ist Freud »out« oder möchte man nicht Hinterlassenschaften, die mit ihm in Verbindung stehen, in einer Vitrine in Berlin anschauen, wissend, wieviel mehr in London und Wien zu besichtigen ist? Wie kam es dazu, »ein dauerhaftes Ausstellungsformat zur Geschichte der Psychoanalyse in der Bibliothek der IPU zu verwirklichen« – wie Heike Bernhardt es formulierte. Das Rätsel löste sich nach und nach, folgte man den Reden von ihr, Regine Lockot und Ludger Hermanns. Vorausgegangen war eine lange ambivalente Vorgeschichte. Regine Lockots Rede durchzogen Zweifel, ob man gerade in Berlin, in Anbetracht der Schrecken des Nationalsozialismus, sich Freud auf diese Weise aneignen dürfe. »Was würde Freud zu der Idee sagen, ein Museum zu seinen Ehren in Berlin einzurichten?« Würde er »sich wortlos umdrehen« – wie Regine Lockot es aussprach, so wie er es scheinbar auf den psychoanalytischen Gedenktafeln macht oder – immerhin war er zu Kompromissen bereit, um seine Lehre zu retten – sich vielleicht sogar darüber freuen? Eine Vitrine mit Objekten, wie Reliquien (er sammelte ja Antiquitäten, wie wir wissen), in der Bibliothek der Internationalen Psychoanalytischen Universität umgeben von seinen Erstausgaben. Oder kann sie ein (Glas)-Stein des Anstoßes sein, indem »die Objekte den Studierenden aus verschiedenen Ländern Europas neue Handlungen aufzwingen oder die jüngere Generation auch andere Projektionen auf diese hat. Die Vitrine bleibt ein Experimentierraum«, kann »als ein »Open House« genutzt« werden, indem andere Interessierte