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Nicht wenige Arbeiten über Personen aus dem Umkreis von Freud leben vom Glanz seiner Größe, der auf seine Verwandten und Freunde abstrahlt. Für Max Halberstadt, seinen Schwiegersohn, gilt das nicht. Der Hamburger Publizist Wilfried Weinke stieß 1999 auf dessen Namen bei einer Recherche über einst bekannte Hamburger Photographen jüdischer Herkunft, würdigte Halberstadt als einen solchen zusammen mit drei Berufsgenossen (Weinke 2003) und kuratierte als Krönung seines Engagements 2021 eine große Ausstellung über ihn, aus der das hier angezeigte Buch hervorgegangen ist. Das Bildmaterial und die biografischen Informationen, die es enthält, sind gegenüber dem Band von 2003 erheblich erweitert. Generell ist der Bezug zu Freud in diesem Kontext nur einer von mehreren, und nicht der wichtigste.
Halberstadt wurde am 14. Mai 1882 in Hamburg als Sohn eines jüdischen Schlachters geboren. Er machte in einem namhaften Photo-Atelier eine Lehre und eröffnete im Herbst 1907 sein eigenes Geschäft. Dass er sich rasch etablierte, bezeugen frühe Porträts von Männern wie Max Liebermann, Max Klinger und August Bebel. Auch Freud ließ sich schon 1909 von ihm ablichten und befand (etwas voreilig): »in dieser Gestalt will ich also auf die Nachwelt kommen« (S. 52). Das war drei Jahre, bevor seine zweitjüngste Tochter Sophie nach einem Hamburg-Aufenthalt ihren überraschten Eltern eröffnete, dass sie sich mit Max Halberstadt verlobt habe. Am 16. Januar 1913 war die Hochzeit. Die weitere Geschichte der Familie wurde durch zwei grausame Schicksalsschläge verdüstert. Am 23. Januar
1920 starb Sophie; und am 19. Juni 1923 erlag ihr jüngerer Sohn Heinz Rudolf, genannt »Heinele«, ein besonderer Liebling seines Großvaters, der ihn nach Wien geholt hatte, einer unbeherrschbaren Krankheit. Freud meinte später, er habe den Verlust nie verwunden.
Diese und andere Fakten, etwa die Fürsorge der Freuds für den ältesten Halberstadt-Sohn Ernst Wolfgang (der viele Jahre später den Nachnamen »Freud« annahm), sind