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Der erste Eindruck der 658 Seiten umfassenden Monografie ist der extrem kleine Druck, der das Lesen nur mit perfekten Sehstärken ermöglicht. Dies scheint ökonomischen Erwägungen geschuldet, ist aber gerade deshalb kurzsichtig, als es vom Kauf abschreckt. Schon im Vorwort fällt die Peinlichkeit auf, dass Hans und Helmut Thomä immer wieder verwechselt werden (z.B. auf den Seiten XIV, 60, 75, 325), obgleich Helmut Thomä korrekt im Literaturverzeichnis erscheint, Hans Thomä korrekterweise nicht. Der Vorsitzende der DPG von 1958 bis 1970 war Werner Schwidder, nicht Schwitter (XVI), der zitierte Zürcher Pfarrer und Psychoanalytiker heißt Oskar Pfister, nicht Pfisterer (137). Die 1993 von Ludwig Haesler veröffentlichte auf Seite 41 zitierte Schrift erscheint nicht im Literaturverzeichnis.
Die Wahl des Titels lässt nicht erkennen, dass vor dem Hintergrund der deutschen, insbesondere auch der NS-Psychoanalysegeschichte Geschichte und Gegenwart der psychoanalytischen Arbeitsgruppen im Rheinland dargestellt und analysiert werden. Der Autor ist selbst in Köln ausgebildeter Psychoanalytiker, die tiefenhermeneutischen Analysen finden im Binnenraum statt – da würde dem Rezensenten der Titel »Tiefenhermeneutische Anregungen« stärker einleuchten, »Rekonstruktion« klingt final abgeschlossen, dies ist bei der doch kritischen Neutralität etwas hoch gegriffen.
Inhaltlich werden die unter anderem durch die Schriften von Ludger Hermanns, Regine Lockot, Michael Schröter und Helmut Thomä vertrauten Geschichten der Spaltung der deutschen
Psychoanalyse nach 1945 und ihre bis heute deutlichen Auswirkungen detail- und kenntnisreich vermittelt. Unter Betonung von Kontinuitäten aus dem Göring-Institut in der NS-Zeit werden konkret Gründung und Arbeit des DPG- und des DPV-Instituts in Köln in getrennten großen Kapiteln dargestellt, wobei verdienstvollerweise auch Julius Mändele und Hans Erich Haas gewürdigt werden, die in der Weimarer Zeit in Köln als Psychoanalytiker arbeiteten und wegen ihrer j