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Zum Österreichischen Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG) gehört auch die Fachsektion Gruppenpsychoanalyse. Dieser spezifisch österreichische Begriff wurde nach dem Inkrafttreten des Psychotherapiegesetzes 1990 eingeführt als Abgrenzung gegen den sehr viel häufiger benutzten Begriff Gruppenanalyse, »weil eine stärkere Nähe zur Psychoanalyse erhalten geblieben ist. Dem entspricht ein Ausbildungsverständnis, in dem in der Gruppenpsychoanalyse neben dem Gruppensetting auch das Einzelsetting gelehrt wird« (7). Vor allem SH Foulkes wird eine gruppenanalytische Einseitigkeit unterstellt (7), ohne dies näher zu begründen. Der Begriff Gruppenpsychoanalyse findet sich folgerichtig im Titel des Buches, dessen Grundlagen auf dem Treffen der Fachsektion 2020 formuliert wurden – wobei schon im Buchtitel der Nicht-Österreichern vertrautere Begriff »gruppenanalytisch« auftaucht, so wie in den Beiträgen überhaupt auch von »Gruppenanalyse« und »gruppenanalytisch« gesprochen wird, selbst von österreichischen Autorinnen und Autoren.
Die ersten 150 Seiten sind theoretischen Beiträgen gewidmet, wobei die psychoanalytischen wie die soziologischen Grundlagen ausführlich und kompetent dargestellt werden. Sigmund Freud führte zwar keine Gruppentherapien durch, setzte sich aber fundiert mit soziokulturellen und gesellschaftlichen Fragen auseinander, nicht nur in »Massenpsychologie und Ich-Analyse« , wo er bis heute gültige Großgruppenphänomene beschrieb. Umfangreich und nach meinem Eindruck vollständig werden die entsprechenden Schriften Freuds erwähnt (32ff.) und damit deutlich gemacht, wie viel auch die aktuelle Diskussion seinen Impulsen verdankt. In diesem Zusammenhang auch die politisierten linken Psychoanalytiker Siegfried Bernfeld, Otto Fenichel und Wilhelm Reich zu erwähnen, leuchtet sehr ein – geht es doch um die Verbindung aus sozialer Realität und individueller Psyche – »… der soziale Ort ist ein Sektor dessen, was die Psychoanalyse als Realität bezeichnet« (B