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Wer sich für Menschen interessiert, für den sind gut geschriebene Lebensgeschichten an sich schon ein Vergnügen. Wussten Sie z. B., dass Pieter Hutz früher zur See gefahren ist? Oder dass Jutta Menschik-Bendele als Studentin von Ronald Laing vom Londoner Flughafen abgeholt wurde? Dass Werner Beck mit seinem Tai-Chi-Meister ein Buch über den Taoismus aus dem Chinesischen übersetzt und mit seinen in China aufgenommenen Fotografien illustriert hat? Dass Georg Gfäller als Kind Heinrich Böll für einige Tage besucht hat, um mit ihm über seinen Roman »Billard um halb zehn« zu diskutieren? Oder dass Gerhard Wilke Rudi Dutschke geholfen hat, nach dem Attentat auf ihn wieder lesen und schreiben zu lernen?
In ihren autobiografischen Essays schildern die Autoren, vier Frauen und acht Männer, wie sie zur Gruppenanalyse gekommen sind und welchen Beitrag sie zur Etablierung der Gruppenanalyse und ihrer Institutionen leisten konnten. Vielfältige Einblicke in die Gründung und das Leben gruppenanalytischer Institute und Berufsverbände tun sich auf. Und die Autorinnen und Autoren erzählen ihre sehr persönlichen Geschichten, in denen sich individuelle Biografien mit gesellschaftlichen Katastrophen und deren Nachwirkungen verbinden.
Die zwischen 1938 und 1952 in Deutschland und Österreich geborenen Autoren wurden »in eine Zeit voller Konflikte und Aggressionen hineingeboren« (Beck, 61) und erlebten ihre Kindheit und Jugend in einem persönlichen und gesellschaftlichen Umfeld, auf dem in der Folge des zweiten Weltkriegs lähmend die »Die Unfähigkeit, zu trauern« lastete, wie Alexander und Margarete Mitscherlich es in ihrer epochalen Studie von 1967 nannten: Schweigen über Traumatisierung und Schuld, Verleugnen erlittener oder selbst verübter Gewalt und die Scham, menschenverachtenden Idealen gefolgt zu sein.
»Die Scham darüber, mit ganzem Herzen und ganzer Seele falsch geglaubt und geliebt zu haben, hatte meiner Mutter und ihren Eltern nach 1945 wie den meisten Deutschen ihre Herzen und Stimm