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»Letzte Bedeut[un]g v. Wagen
= Penis (Robitsek) –
Standplatz, Kastrat[ions]trost
Electric u. Eisenbahn nicht«
Am 8. April 1911 griff Freud zu einem jener kleinen Notizbüchlein, die er meist bei sich zu führen pflegte, und notierte sich diese Zeilen. Es geht, so scheint es, um die Eisenbahn, um Wagen und um den Platz des Reisenden. Also um eben jene Elemente, die Freud (1913c, S. 468) im Aufsatz »Zur Einleitung der Behandlung« schließlich zu einem Bild für den psychoanalytischen Prozess zusammenfügte, indem er seinen Analysanden empfahl, sich während der Analyse zu benehmen »wie ein Reisender, der am Fensterplatze des Eisenbahnwagens sitzt und dem im Inneren Untergebrachten beschreibt, wie sich vor seinen Blicken die Aussicht verändert«. Ein Analysand
Freuds, der u.a. zwischen März 1911 und Februar 1912 regelmäßig sechsmal pro Woche einen Liegeplatz in seiner persönlichen Analyse einnahm, war der Wiener Chemiker und Psychoanalytiker Alfred Robitsek.1 Wie zur damaligen Zeit nicht unüblich, war Robitsek nicht nur Freuds Patient, sondern auch sein Schüler und Kollege. Robitsek forschte und publizierte vor allem zur Symbolik in Träumen. Dabei interessierte er sich auch für die »Verwendung der Eisenbahn […] zur Sexualsymbolik«: »Schaffnertaschen« und »Signalstangen«, »Signale« und »Einfahrtszeichen«, »Bahnhof« und »einfahrender Zug« und natürlich das »Einsteigen!« und »Aussteigen!« in »einen Waggon« (Robitsek 1925, S. 443f.). Dass Freud also hinter »Penis« (d. h. hinter der Verknüpfung von Wagen und Penis) lapidar auf Robitsek verweist, könnte mit dessen Forschung zur Sexualsymbolik der Eisenbahn ebenso zu tun haben wie mit persönlichem Material aus der gerade laufenden analytischen Arbeit mit ihm.
In seiner Notiz scheint Freud an einem finalen Halt, bei einer »letzten Bedeutung« anzukommen. Endstation »Penis«. Bitte alle aussteigen! – Zielt Freud, mit Rob