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Mit der Zeitschrift PSYCHE unternehmen die Herausgeber einen doppel-ten Versuch der Verständigung. Sie möchten, daß in ihr die bereichernde Begegnung der tiefenpsychologischen Schulen fortgesetzt wird. Sie möchten aber darüber hinaus, daß die Bilder vom Menschen, wie sie weit auseinander-liegend die Fachdisziplinen bewahren und entwickeln, einander konfrontiert werden.
Mögen die Worte „das Unbewußte“, „Tiefenpsychologie“ und manches andere genug Anlaß zur Begriffskritik geben und nur als Arbeitshypothesen brauchbar sein. Seit den Erkenntnissen Sigmund Freuds ist von der Beachtung einer seelischen Tätigkeit, die dem Bewußtsein verborgen ihm doch polar zugeordnet bleibt, eine ungeahnt befruchtende Wirkung ausgegangen. Durch die in der Psychoanalyse begonnene Erschließung der Auswirkungen des unbewußten seelischen Geschehens hat die materialistische Krankheitsauffassung ihre erste Erschütterung erfahren. Die Pädagogik gewann ein vertieftes Verständnis des kindlichen Seelenlebens und damit größere Sicherheit der Führung. Für die Kriminalistik wurden die Motivzusammen-hänge heller, die Bedeutung der „erblichen Belastung“ fragwürdiger. Die Soziologie erfuhr durch den Einblick in die seelische Verflochtenheit der Einzelperson mit dem Kollektivdasein eine wesentliche Bereicherung. C. G. Jung und seine Schule haben die Wirkungsgewalt mythologischer Kräfte in unserer Nähe spürbar gemacht. Geistige Bewegungen, wie beispielsweise der französische Existenzialismus und der Surrealismus in Literatur und bildender Kunst, sind ohne jenes Ringen um ein Wissen vom Unbewußten als einer machtvollen, ständig wirksamen und im Reichtum aller Verkleidungen einem verborgenen Gesetz folgenden Seelentätigkeit undenkbar. Die erste Leistung der modernen Psychologie des Unbewußten lag in der Entwicklung einer originalen Heilweise. Auf therapeutischem Gebiet vor allem zeigen sich bis heute die erprobtesten Erkenntnisse. Dementsprechend