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Ich weiß, daß die folgende Darlegung viele Fragen offen läßt oder nur neu anregt. Selbstverständlich war diese meine mehr verstandesmäßige Analyse angeregt auch durch den Nürnberger Ärzteprozeß. Während der Abfassung erschien die Dokumentensammlung (Das Diktat der Menschen Verachtung) von A. Mitscherlich und F. Mielke im gleichen Verlag. Sie hat die öffentliche Beurteilungsbasis auch jenes Prozesses wenigstens verbreitert. Hier aber kam es mir darauf an, nicht zum Prozeß Stellung zu nehmen, sondern den Geist der Medizin zu prüfen. Es gibt nicht nur einen Geist der Medizin; aber es gibt einen Geist der Medizin, der auch beim Prozeß und vor allem beim Zustandekommen der von jedem braven Menschen verabscheuten Taten selbst sein Alibi vergeblich zu beweisen suchen würde. Dieser unsichtbar auf der Nürnberger Anklagebank sitzende Geist — der Geist, der den Menschen nur als Objekt nimmt — ist nicht nur in Nürnberg im Spiele, er durchsetzt die ganze Welt in fein verteilter Form und ist im Beispiel der „Euthanasie“ und der Menschenversuche nur in einer so groben und scheußlichen Form zutage getreten, daß nun eine neue Verdunklung zu befürchten ist; man könnte sagen (und sagt es bereits): die Greuel von Dachau und so weiter zeigen, wohin man nicht gehen darf, also um so deutlicher auch, wie weit man gehen darf und muß. Das sieht dann so aus: „Euthanasie“ und Menschenversuche sind „an sich“ ärztlich begründbar, nur müssen sittliche Grenzen eingehalten werden. Was aber dies „an sich“ bedeutet, bleibt hier immer noch dunkel. Ich gestehe, erst im Verlauf meiner Untersuchung selbst die Klarheit gefunden zu haben, daß ein ganz bestimmtes Prinzip, nämlich das der Solidarität, mir brauchbar erscheint, um zu beweisen, daß es eine An-sich-Berechtigung jener Maßnahmen nicht gibt, und daß das Wesen vernichtender und experimentierender Maßnahmen aus dem Solidaritätsprinzip ableitbar ist. Wenn dies — und es handelt sich um einen Vorschlag — richtig ist, dann wäre der nächste Schritt der, d