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Dieses Buch stammt von einem der hervorragendsten und begabtesten Schüler Freuds, der jahrzehntelang in engem Umgang mit dem Meister gestanden hat und daher besonders berufen war, diese Erinnerungen an den großen Mann aufzuzeichnen. Er war Professor an der Harvard University. — Das Buch ist weniger und mehr als eine Biographie. Weniger insofern, als es bewußt darauf verzichtet, eine zusammenhängende Schilderung dieses Forscherlebens und der so eng mit Freuds Leben verbundenen Psychoanalyse in ihrer Entwicklung zu geben. Es ist mehr als eine normale Biographie insofern, als es, aus einer langjährigen, treu bis zum Ende des großen Mannes gehaltenen Freundschaft erwachsen, die Persönlichkeit Freuds in lebendigster Weise beleuchtet, einfach durch Wiedergabe von Begegnungen und Erlebnissen, von Aussprüchen und Entscheidungen, die der Verfasser aus erster Hand aufnehmen durfte. Da Sachs einen vorzüglichen, literarisch geschulten Stil schreibt und über Geist und Humor verfügt, so ist das Buch entsprechend frisch und lebenswahr geraten. Besonders eindrucksvoll die erste Begegnung, wie Freud, damals noch am Allgemeinen Krankenhaus in Wien, vor kaum fünfzehn Hörern seine bahnbrechenden Entdeckungen auf dem Gebiet der Psychopathologie entwickelte, in seinem Ernst, seiner strengen Würde und unerbittlichen Wahrhaftigkeit der Kontrapunkt zu der genießerischen, prüden und verspielten Atmosphäre des Wien vor 1914. Die Außerordentlichkeit Freuds, nicht nur in seiner Eigenschaft als wissenschaftlicher Entdecker, sondern auch als Mensch, wird dem Leser auch in diesem Buche sehr eindringlich bewußt. Wie alle, die mit ihm in persönliche Berührung treten durften, hat auch Sachs niemals die Empfindung verloren, daß der Schöpfer der Psychoanalyse aus anderem Stoff gemacht war als andere bedeutende Männer, daß er, Genie durch und durch, einen inneren Rang ein nahm, der eine natürliche Distanz um seine Person schuf. Die großartige Ge duld, mit der Freud sein langes schweres Leiden durch die