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Wie ein deus ex machina nimmt (mit Beginn des 3. Bandes) sich der Pastor Antons noch einmal an, als er ihn durch Dritte wissen läßt, er wolle wieder für ihn da sein, sofern Anton ernstlich Abbitte tue und Reue zeige. Anton ist seines Elends müde und ergreift die gebotene Hand. Er schreibt an den Pastor einen langen Brief, in dem er sich in den überspanntesten Ausdrücken von Selbstverachtung herabsetzt. Zudem bereitet er bereits tagelang seine Rede vor, erlebt in der Phantasie schon vorweg, wie er sich dem Pastor voller Verzweiflung zu Füßen werfen wolle, und wie dieser ihn gerührt aufheben würde. Moritz-Reiser glaubt, daß die Lektüre von Romanen und Komödien ihn zu diesem theatralischen Wesen gebracht habe. (III, 2.) Er hält sich selbst für ein „Ungeheuer an Bosheit und Undankbarkeit“.
Man könnte an einen Umschlag glauben, an eine wirkliche Peripetie, an eine vollkommene Umwertung der Werte. Abwendung von Protest und Verwahrlosung zu echter Rückkehr, zur religiösen Welt. Aus der Tiefe solcher reuigen Erschütterung kann, sollte man meinen, echtes neues Leben erwachsen; enthält doch Antons seelische Verfassung echte Phänomene der Reue.1) Die Stärke des Affekts beweist die Getroffenheit bis in den Personkern hinein. Es ist nicht nur ein gedanklicher Akt, sondern die emotionale Aufgewühltheit in voller Tiefe, ohne die kein Erlebnis die Ganzheit des Menschen formt. In dieser Getroffenheit des Gefühls finden sich die Akte des Verwerfens und Richtens, die Tendenzen zur Befreiung und zum Aufbau. Die Vergangenheit, die Geschichte der Person wird abgelehnt. Das Ich identifiziert sich nicht mehr mit dem gelebten Leben, sondern wertet um und schafft damit die Vergangenheit um.
Kann gewiß Geschehenes nicht ungeschehen gemacht werden, so wird die Vergangenheit doch eine andere, weil ihre Wirkkräfte entmachtet werden sollen. Die Akzentverteilung wird eine andere. Bisher Mächtigem wird die Kraft entzogen, es wird nunmehr als nicht zum Bestand der Person Gehöriges ausgestoßen, wie der