You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Psychoanalyse und Sozialpsychologie. Übersetzt von E. Schneider. Alle in der „Sammlung Dalp“, A. Francke AG. Verlag, Bern 1946, bzw. 1947 erschienen.
W. Mc Dougall, 1938 gestorben, ist sicher einer der bedeutendsten angelsächsischen Psychologen gewesen. Zwar hat er keine eigene Schule begründet. Im Vorwort eines seiner letzten Bücher (Psychoanalyse und Sozialpsychologie), in welchem er „zu der stets lehrreichen, im allgemeinen jedoch recht nutzlosen Aufgabe“ zurückkehrte, „die Lehren Sigmund Freuds und seiner Schule einer Kritik zu unterwerfen“, schreibt er mit überlegenem Humor: „Zu spät habe ich eingesehen, daß ich meiner Wissenschaft weitaus größere Dienste hätte erweisen können, wenn ich meine Stimme von vorne herein lauter erhoben hätte. Es erscheint wahrscheinlich, daß ich, hätte ich meine Ansichten sogleich in einer selbstbewußteren und eindringlicheren Weise vorgebracht, nunmehr der Führer einer mächtigen, vielleicht sogar leitenden psychologischen Schule und nicht ein fast allein stehender Außenseiter wäre“. Aber er war ein umfassender Kopf, hatte eigene Untersuchungen an Primitiven durchgeführt, mit Tieren experimentiert (die an mehreren Generationen von Ratten festgestellten Befunde über das Lernen machten ihn zu einem der wenigen modernen Forschern, welche noch die These von der Vererbung erworbener Eigenschaften vertreten), hatte im ersten Weltkrieg ein großes neurologisches Lazarett geleitet und so weiter. Seine bereits 1908 entworfene Instinkttheorie mag sich in Einzelheiten und hinsichtlich der Zahl der unterschiedenen Instinkte nicht halten lassen; die Konzeption jedoch, dergemäß der einzelne Instinkt aus einem treibend-strebenden, einem gerichtet-erkennenden Faktor und einem zugeordneten spezifischen Affekt besteht, war zu jener Zeit schon ungewöhnlich. Im deutschen Sprachgebiet ist McDougall bedauerlicherweise erst spät bekannter geworden. 1928 erschien eine Übertragung der „Introduction to Social Psychology“, 1931 eine sehr gekürzte Ausgabe von „A