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Das Lebensbild Richard Engels (1865 bis 1933) erwächst in der vorliegenden Darstellung aus lauter Äußerungen des Dargestellten selbst, aus Fragmenten zu einer Selbstbiographie und Tagebuchblättern, aus Vorträgen und Artikeln, aus Briefen und Gedichten. „Heilpädagoge“ wurde er zu seiner Zeit genannt; im heutigen Sinn des Wortes ist er es nicht. Als Volksschullehrer im Ruhrgebiet wurde er auf die sozialen Nöte und die Notwendigkeit der Fürsorge, ebenso aber auf die Gefährdung der sozialen Stellung des Einzelnen durch seelische Störungen aufmerksam. Hilfsbereit und mit einem natürlichen Verständnis für seelische Zusammenhänge griff er ein, wo ihm ein Leidender begegnete, hatte wachsende Erfolge zu verzeichnen, wurde bekannt und von überall her um Hilfe angegangen, lernte beständig aus seinen Erfahrungen und erwarb sich als Autodidakt die damals vorzugsweise geübte Methode der suggestiven und der hypnotischen Beeinflussung. Das Wichtigste aber war wohl, daß er seine Methoden immer einem pädagogischen Ziel dienstbar zu machen verstand. „Meine Heiltätigkeit“, schreibt er 1911, „ist im Grunde eine Erziehungstätigkeit, Erziehung des Willens zum gesunden Willen. Ausrotten der kranken, negativen Gedanken und Bodenbereiten für die gesunden, positiven Gedanken des gesunden Lebens.“ - Man erkennt deutlich, daß er, obgleich nicht Arzt, doch der Sache nach das war, auf was auch heute noch der Name „Heilpädagoge“ eigentlich besser paßte, als auf den Erzieher von mindersinnigen, geistesschwachen und schwer erziehbaren Kindern, nämlich Psychotherapeut. Das Buch vermittelt ein eindrucksvolles Bild aus den Anfängen der Psychotherapie und läßt auf ansprechende Weise teilnehmen an allen großen und kleinen Lebensfragen, in welchen ein gescheiter, aber häufig mit ungenügenden Mitteln ausgerüsteter, zeitgebundener und doch selbständiger Menschseinen Weg des Helfens sucht und findet.