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Im September dieses Jahres hat ein Ausschuß von Ärzten unter dem Vorsitz von Dr. Koch, Darmstadt, in Heidelberg eine Denkschrift „über die Stellung der Psychotherapie in der Heilkunde“ (sogenannte Heidelberger Denkschrift) verfaßt, welche die Besprechung dieser Frage auf der Tagung der westdentschen Ärztekammern in Bad Nauheim am 18./19. Oktober 1947 vorbereiten sollte. Der Präsident der Landesärziekammer Hessen, Carl Oelemann, hatte den Verfasser der vorliegenden Arbeit gebeten, hierzu Stellung zu nehmen. Auf Wunsch der Redaktion des Jahrbuchs „Psyche“ wird die so entstandene Meinungsäußerung mit einigen Ergänzungen nachstehend abgedruckt. Die Arbeit stellt nichts anderes dar als die private Auffassung des Verfassers, für die er allein verantwortlich ist. Sie erhebt keineswegs den Anspruch, den wichtigen Fragenkomplex in seinem gesamten Umfange systematisch zu behandeln. Dem Psychotherapeuten bletet sie selbstverständlich nichts wesentlich Neues.
Mit der Auffassung der „Heidelberger Denkschrift“ stimme ich weitgehend überein, allerdings nur insofern, als sie ein später zu erreichendes, sehr wünschenswertes Ziel darstellt, von dem ich nicht glauben möchte, daß es sich schon in der nächsten Zeit ganz verwirklichen lassen wird.
Ich möchte von folgenden zwei Sätzen der Denkschrift ausgehen: „Unter Psychotherapie wird die Therapie auf tiefenpsychologischer Grundlage verstanden. Diese Therapieform ist keine ‚Spezialität‘ wie die anderen Fachgebiete der Medizin, sondern eine Ergänzung zu all diesen Fachgebieten.“
„Bei der Psychotherapie handelt es sich um ein Wissensgebiet, welches von der sonst gelehrten Heilkunde in vielen Stücken abweicht.“
Diese Sätze fordern zu einer Besinnung darüber heraus, an welcher Stelle im System der Wissenschaften die Tiefenpsychologie und damit auch die Psychotherapie steht. Damit hängt die weitere Frage unmittelbar zusammen, ob und gegebenenfalls wie weit diese zur Medizin zu rechnen seien.
Ich selbst halte die Tiefenpsychologie ihre