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Meine Damen und Herren!
„Die Einleitung, die meine Arbeit darslellt, ist nicht erschöpfend und bedarf an vielen Stellen der Überprüfung und Komplettierung, besonders was die Symptomwerte betrifft. Der Versuch selbst ist noch lange nicht ausgeschöpft, von einer einigermaßen akzeptablen theoretischen Unterlegung gar nicht zu reden. Und sicher sind auch jetzt noch in den Befunden. Faktoren verborgen, die ebenfalls ihren strikten Wert haben, man muß ihn nur finden.“
Mit diesen charakteristischen Worten hat Hermann Rorschach die Übersendung eines der ersten Exemplare seiner „Psychodiagnostik“ an mich, Mitte Juni 1921, begleitet, also 3/4 Jahre vor seinem frühzeitigen Lebensende im April 1922.
Er war ursprünglich von der Nachprüfung seiner früheren Arbeit über Reflexhalluzinationen ausgegangen, also durchaus nicht von der Absicht, eine klinisch-diagnostische oder vollends eine charakterologische Testmethode zu schaffen.
Doch hatten die Versuche unter seiner Hand und auf Grund der gemachten Beobachtungen mehr und mehr zu einem solchen psychiatrisch-psychologischen Untersuchungsverfahren sich entwickelt, über das er Dezember 1918 in einem Vortrag vor dem engeren Herisauer Kollegenkreis eine der ersten zusammenfassenden Darstellungen gab.
Im Januar 1919 war ich dann für mehrere Monate an die Herisauer Heil- und Pflegeanstalt zu Rorschach übersiedelt und hatte nun Gelegenheit, täglich mit ihm zu arbeiten, an seinen Versuchen bei gemeinsamen Patienten teilzunehmen und über Möglichkeiten und Grenzen seiner Methode zu diskutieren, die damals gerade im Stadium einer letzten Zusammenfassung und Überprüfung der bisherigen Ergebnisse war, ehe die Publikation erfolgen sollte.
Das Manuskript wurde von Rorschach im wesentlichen 1919 fertiggestellt, und seit Herbst 1919 datierten dann auch die Unterhandlungen mit einem Verlag wegen Herausgabe des Textes und der zugehörigen Testserie. Im September 1919 schreibt er über neue Fortschritte seiner Methode und deren Publikationsmöglichkeit:
„Die Klec