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Vorbemerkung: Ob es je zu einer befriedigenden Fassung des umstrittenen Paragraphen 218 kommen wird, mag bezweifell werden. Zu weit liegen hier häufig die Erlebniswelt des einzelnen und die Rechtsnorm auseinander. Aber es wird mit und ohne diesen Paragraphen gehandelt, Schuld übernommen. So gibt der folgende Aufsatz weniger positive Winke für die Legislative, als er bedeutsam ist für die Herstellung eines ausreichenden Bewußtseins der Sache um die es geht — gleichgültig ob das Auge des Gesetzgebers auf ihr ruht, sie verurteilt oder an ihr vorbeisicht. Weil das Problem aber so zwiegesichtig, so allgemein und einmalig für jeden Fall ist, sind wir bereit es mit weiteren Beiträgen erhellen zu lassen, wo immer diese die Ansicht vom menschlichen Leben vertiefen.
Der Kampf, der bei uns um die Unterbrechung der Schwangerschaft entbrannt ist, hat wie fast jeder Streit, und im allgemeinen auch jeder Krieg, andere Gründe als diejenigen, die von den Streitenden angegeben werden. Dabei ist das Wesentliche in der Verborgenheit der Gründe nicht so sehr die stille Absicht der Beteiligten, das was sie antreibt vor den anderen verborgen zu halten, sondern die Tatsache, daß es ihnen selbst verborgen ist. Es spricht zum Beispiel vieles dafür, daß der hinter uns liegende Krieg nicht um dessentwillen geführt wurde, was in den Parolen, auch wenn sie geheim waren, in Erscheinung trat, nicht um der Interessengegensätze willen, die man an den entscheidenden Stellen im Bewußtsein hatte; sondern weil man hier die Gelegenheit begrüßte und also herbeiführte, einen tiefen Widerstreit im eigenen Innern, den man nicht fassen konnte und dem man sich nicht gewachsen fühlte, in und trotz seiner Dunkelheit in einem äußeren Abbild bestütigt zu finden und sich in der Bewältigung dieser Zerrissenheit zu betätigen. Diese Bewältigung kann allerdings nur eine scheinbare sein, sofern sie in verrückter Weise, das heißt am unrechten Ort erfolgt, statt im Innern nämlich im Äußern. Weshalb denn auch d