You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Diese „klinische Anwendung der Psychopathologie auf allgemein-medizinische Probleme“ von Weiß und English, Professoren an der Temple Universität in Philadelphia, ist das Ergebnis langjähriger Beobachtungen und Studien und konnte innerhalb von zwei Jahren bereits in 5. Auflage erscheinen. Das in 23 Kapitel unterteilte und mit zahlreichen, wichtigen Literaturhinweisen versehene Buch bringt außer einer ausführlichen Diskussion über allgemeine Probleme der Psychosomatischen Medizin, Psychopathologie und Psychotherapie hauptsächlich kasuistisches Material zahlreicher Krankheitsgruppen.
Im allgemeinen Teil wird zunächst auf die große praktische Bedeutung der funktionell Kranken hingewiesen, die ein Drittel des Krankenguts in der Allgemeinpraxis ausmachen. Die psychosomatische Medizin könne daher nicht als Spezialgebiet „für psychologische Feinschmecker“ bezeichnet werden. Die Arbeitshypothese der Autoren war, klarer herauszuarbeiten, wieviel organisch und wieviel funktionell-emotionell in einer Krankheit ist. Sie äußern die Bitte um Nachprüfung ihrer Ergebnisse und fordern eine Gleichberechtigung mit der Organpathologie. Auch an dieser Stelle wird der Widerstand der sogenannten Organmedizin deutlich. Wie in Deutschland Viktor von Weizsäcker, Bilz, Hollmann, Kemper, Mitscherlich und andere, so postulieren auch diese Forscher die Einführung des Subjekts für das Studium einer Krankheit. „Große und kleine Psychotherapie“ müsse ein Bestandteil der Medizin werden. Die Kostspieligkeit einer Psychotherapie würde durch eine mögliche Reduzierung üblicher klinischer Untersuchungsmethoden zumindest ausgeglichen.
In einem weiteren einführenden Kapitel kommt das Phänomen der Angst zur Sprache. Ausführungen über Sexualität und das Problem der Pubertät schließen sich an. Außer Abhandlungen über Neurasthenie, Hysterie und Zwangsneurose werden auch die Psychosen besprochen und Übergänge statt scharfer Abgrenzung zwischen Neurosen und Psychosen gesehen. So zeigten psychoanalytische Studien be