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Nach einer kritischen Prüfung der einschlägigen Weltliteratur und Beobachtung an 200 Ulkuskranken der eigenen Klinik kommt Glatzel zum Schluß, daß „das Rauchen für die Entstehung einer Ulkuserkrankung bedeutungslos ist“. Es kann zwar die bereits bestehende Krankheit verschlimmern, entsprechend der verschiedenen subjektiven Toleranz für Nikotin, „man wird aber von einer Nikotinabstinenz keinen durchschlagenden Erfolg erwarten“, oder die Rezidivneigung beeinflussen. Glatzel neigt vielmehr der Auffassung zu, daß Zunahme von Ulkuserkrankung und Tabakverbrauch, die unkritisch bisher meist in ätiologischem Zusammenhang gesehen wurden, Parallelerscheinungen einer Grundgegebenheit sind. Und zwar in der Zunahme seelischer Erregungen, für welche die gleichzeitig miterregte Begleitmotorik, gemäß unseren Zivilisationsbräuchen keine Abfuhr gestattet. Glatzel glaubt, daß es vornehmlich „die Tätigkeit des Rauchens“ ist, die zum Raucher macht und wohltätig empfunden wird. Er fand, daß es vorwärtsstrebende, zugleich auch ausdrucksgehemmte Menschen sind, die sich in die „abnorme Erlebnisreaktion“ der Ulkuskrankheit verstricken. „Wenn die äußeren Lebensumstände sich so verschieben, daß sie die Menschen häufiger in eine derartige ulkuserzeugende Erlebnissituation bringen, das heißt die Ulkusmorbidität ansteigen lassen, dann bedeutet das, daß sie ein Mehr an Sorge und Verbitterung, an Erregung und Spannung, einen verschärften Kampf ums Dasein mit sich bringen. Die gleichen Erlebnisse, die eine größere Ulkushäufigkeit bedingen, wecken und verstärken also gleichzeitig auch das Verlangen nach Tabak.“ Die Beweisführung ist überzeugend sie fragt erfolgreich, wo bisher ohne Überlegung eine therapeutische Faustregel gegolten ha (Ulkus-Nikotinverbot), und sie führt damit näher an die eigentlichen Voraussetzungen des Heilerfolges heran.