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Ulkuskranke werden in allen Berufen gefunden. „Die kritische Betrachtung der Angaben über verschieden hohe Ulkusmorbidität verschiedener Berufe zeigt jedoch, daß es keinen Beruf gibt, der vermöge ihm eigener spezieller Belastungen: unregelmäßige Nahrungsaufnahme, schwere körperliche Arbeit, ungleichmäßige Tageseinteilung, starke zeitliche Inanspruchnahme und Gehetztsein, eine überdurchschnittliche Neigung zur Ulkuserkrankung schafft.“ Die Erkrankungshäufigkeit hängt offensichtlich damit zusammen, ob eine Berufssituation ein Milieu der gegenseitigen Reibung, der Unterdrückung schafft, gegen das sich das Streben einzelner nicht durchzusetzen vermag. Das Untergebenenverhältnis ist also weit eher disponierend als der freie Beruf. So wird die Morbidität wesentlich von der sozialen Lage mitbestimmt. Auffallend ist besonders, daß unter berufstätigen verheirateten Frauen eine sehr hohe Zahl von Erkrankungsfällen besteht, während die unverheiratete Frau bei gleichen Berufsbedingungen etwa gleich häufig erkrankt wie der Mann. Also die Kombination der Anforderung ist es, die besonders anfällig macht. „In der gleichzeitigen Beanspruchung durch zwei Berufe, von denen jeder, richtig ausgeübt, die Kraft eines Menschen voll in Anspruch nimmt, beeinträchtigt einer den anderen… So gerät die verheiratete berufstätige Frau besonders leicht in jenes Erlebnis des Ungenügens, des Gehemmt- und Bedrängtseins und des Nichtanerkanntwerdens ihrer Leistung, das wir als Kennzeichen des Ulkuskonflikts erkannt haben.“ Die Arbeit beweist sehr deutlich, wie sehr man für das Zustandekommen einer psychosomatischen Organerkrankung die Milieueinflüsse und die Grundhaltung der Persönlichkeit zusammen sehen muß, um sie richtig deuten und damit den Weg in die Lösung des Konfliktes weisen zu können.