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Im Jahre 1080 überführte der französische Ritter Jocelin, wohl auf der Rückkehr von einer Pilgerfahrt zum Heiligen Lande, die in Byzanz ruhenden Gebeine des Antonius Eremita (auch Abbas genannt), von dort in seine Heimat, die Dauphiné, und setzte sie in einem kleinen Ort bei, der heute den Namen St.-Antoine-en-Viennois trägt. Jocelin glaubte dem Heiligen zu besonderer Dankbarkeit dafür verpflichtet zu sein, daß er einige Jahre vorher durch Gebete zu ihm von besonders schweren Kriegswunden genesen war.
Etwa um 1090 wurde ganz Mittelfrankreich wieder einmal verheerend von einem Leiden heimgesucht, welches man in jener Zeit „Ignis sacer“ nannte, und das späterhin bis zu seinem Erlöschen als „Antoniusfeuer“ den Namen des Schutzpatrons tragen sollte. Die Sitte, St. Antonius als Helfer gegen das „Heilige Feuer“ anzuflehen und zu seinen heilbringenden Reliquien zu pilgern, muß sich in den Jahren zwischen 1080 und 1090 zum mindesten regional recht schnell und intensiv entwickelt haben. Als im letztgenannten Jahr der Sohn des Ritters Gaston de la Valloire nach einer Pilgerfahrt nach St. Antoine von der furchtbaren Krankheit geheilt worden war, stiftete der Vater aus Dankbarkeit in dem Wallfahrtsort ein Hospital zur Pflege der am Ignis sacer Erkrankten und gründete gleichzeitig eine sich anfänglich aus adligen Laien zusammensetzende Bruderschaft, welche sich der Obsorge um die Kranken widmen sollte. Bald entstand daraus ein Krankenpflegerorden, der 1095 vom Konzil von Clermont anerkannt und 1228 als regelrechter Mönchsorden der Regel des heiligen Augustin unterstellt wurde. Der Antoniterorden entwickelte in den kommenden Jahrhunderten eine außerordentlich vielfältige caritative Tätigkeit als „Hospitaliter“; man hat ihn mit Recht als einen der Grundpfeiler der gesamten öffentlichen Gesundheitspflege im Mittelalter bezeichnet. Seine Fürsorge galt in erster Linie den vom Antoniusfeuer Betroffenen, seit dem 14. Jahrhundert auch den Pestkranken und seit dem 15. Jahrhundert ebenfall