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Die Gruppe der Evolution Psychiatrique wurde 1926 von führenden französischen Psychiatern und Psychologen gegründet. Ihre Aufgabe sah sie vornehmlich in der Auseinandersetzung psychiatrischer Problematik mit den Erkenntnissen der Psychoanalyse. Nachdem die Evolution Psychiatrique während des Krieges ihre Veröffentlichungen eingestellt hatte, erscheinen nun 1947 in dem vorliegenden Band erstmals wieder Aufsätze dieser Gruppe. — Es werden grundlegende theoretische Probleme der Psychopathologie behandelt. Bemerkenswert ist dabei die nahe Verbindung zur Philosophie. So bringt der verstorbene E. Pichon eine ausführliche Studie über den Todestrieb und die Todesangst in Beziehung zur Existentialphilosophie Heideggers. („Mort, Angoisse, Négation“) — Ein anderer Beitrag beschäftigt sich anläßlich der Schrift: «L'Imaginaire» von J. P. Sartre mit den Wandlungen des Begriffes «Imagination» während der letzten zwei Jahrhunderte (P. Schiff: «Destin de l'Image de L. A. Muratori — J. P. Sartre»). In seinen Reflexionen über die Imagination („Trattato della Forza della Fantasia Umana“ 1746) äußert Muratori seine Ansicht über den Traum. Schiff sieht in Muratori einen Vorläufer Freuds; denn entgegen der Ansicht seiner Zeitgenossen, die dem Traum nur prophetischen Wert zuerkannten, spricht Muratori ganz klar aus, daß die Träume die latenten inneren Konflikte des Träumers offenbaren. Er sieht die Verbindung zum Tagträumen, und erkennt, daß im Traum die Vorherrschaft des Bewußtseins (raison) durchbrochen ist. Die Phobien sind für ihn Krankheiten der menschlichen Phantasie, und therapeutisch empfiehlt er in solchen Fällen, das initiale Trauma wieder aufzudecken. — In der Folgezeit hat sich die Psychologie nicht mehr sehr für die Imagination interessiert. Erst von Husserl wird sie wieder ernst genommen und ihr der Wert einer Intentionalität zugesprochen. — Sartre nun sieht in der Imagination einerseits und in der Wahrnehmung (perception) andererseits zwei gegensätzliche elementare psychisch