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Die Vorstellungen von Leben und Geist haben im Laufe der geschichtlichen Veränderungen ein so reiches Gewebe von Beziehungen gebildet, daß es sich wohl lohnen könnte, die Frage nach der Stellung der Biologie zum Phänomen des Geistigen von dieser historischen Seite her zu prüfen.
Wir verweilen indessen nicht in diesem Wald der Geschichte. Nicht weil dieser Weg geringer zu achten wäre, sondern weil mir ein anderer für unsern Anlaß wichtiger und notwendiger erscheint. Mir liegt daran, Arbeitsweisen und Ergebnisse der gegenwärtigen Lebensforschung darzustellen, die zur Auseinandersetzung mit den Problemen von Leben und Geist beitragen können.
Wenn ein so archaisches Wort wie Geist ausgesprochen wird, und wenn die Erwartung besteht, daß der Biologe sich zu den Phänomenen des „Geistes“ äußere, dann muß zunächst möglichst genau gesagt werden, welche der vielen Sachverhalte gemeint sind, die dieses eine Wort Geist bezeichnet.
Es sind zwei Gruppen von Erscheinungen, in denen dem Biologen das Geistige begegnet. Da ist einmal die ganze Fülle des menschlichen Lebens, das sich in seinen Werken, in der Art seiner Führung vom Leben auch der verwandten höheren Tierformen unterscheidet, und dessen Sonderart man als „geistig“, als von „Geist“ bestimmt bezeichnet. Dies ist der eine Aspekt, in dem uns Geistiges begegnet.