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Wenn wir die Rolle als die vitale Einheit ansehen, in der jeweils ein handelndes und erlebendes Subjekt steht, so könnten wir die Frage nach dem Wieviel, also nach dem Katalog der Rollen erheben. Daß ein Tier mancherlei Aktions- und Reaktionsbereitschaften in der Brunst, in der Nahrungssuche und -aufnahme oder in der Verteidigung seines Standortes oder Revieres aufweist, ist uns seit langem bekannt. Eine Reihe von vitalen Szenen ist abhängig von der Zeitgestalt des Subjekts, das heißt von der Abfolge seiner Lebensstufen. Es gibt charakteristische Rollen des Säuglings oder des Nestlings, die mit elterlichen Rollen korrespondieren. Grundsätzlich gilt, daß einer Rolle eine Gegenrolle gewöhnlich entspricht. Es sind allerdings auch, wenn man sich so ausdrücken darf, monologische Rollen auf der Bühne des Lebens bekannt. Sie beziehen sich nur auf Gegenstände, nicht Partner der Umwelt, denken wir etwa an die tierische Urszene Subjekt an der Tränke. Aber selbst hierbei sind mögliche Gegenrollen, zum Beispiel die des auflauernden Feindes, im Spiel. Nicht nur Partnern mit ihren Gegenrollen, sondern auch Gegenständen kommt eine „Bedeutung“ für das Subjekt zu. Sie sind, mit J. v. Uexküll1) zu reden, „Bedeutungsträger“. Dinge der Umwelt besitzen gleichsam Valenzen2), über die sie auf das Subjekt einzuwirken vermögen. So müßte von Tiersubjekt zu Tiersub ekt ein Katalog nicht nur der Partner, sondern auch der Umweltdinge mit deren Valenz- oder Anreizvermögen aufgestellt werden, wobei immer betont werden muß, daß der Valenz eines Gegenstandes eine Bereitschaft auf seiten des Subjekts entspricht. Es handelt sich also um eine subjektbezogene Entsprechungslehre. Die Korrespondenz oder Sinnbezogenheit, nicht di