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Auers Buch gehört mit hinein in die Reihe der Auseinandersetzung kirchlich-theologischer Kreise mit der modernen Geistesbewegung der Existenzphilosophie. Der Verfasser ist sich dessen bewußt, daß eine zu weitgehende Aufnahme existenzphilosophischer Gedankengänge in christliches Denken notwendig den kirchlichen Rahmen sprengen muß (man denke etwa an Ernst Michels Schrift: „Der Partner Gottes“). Er betont daher die Verschiedenheit, welche zwischen den Christen und der „heutigen Welt“ besteht. „Die Menschheit heute lehnt Glaubensautorität und Autoritätsanspruch in der Bestimmung dessen, was wahr und sittlich sein soll, als kulturwidrig ab. Tiefe, ja unüberbrückbare Klüfte trennen ihren geistig unabhängigen und völlig im natürlich Edlen befangenen Typ vom spezifisch Christlichen. Die seelische Bewegung ist hier wie dort eine konträr entgegengesetzte, und man müßte die Verschiedenheit klar herausstellen; dürfte nicht versuchen, ob sich nicht irgendwie doch ein Nenner finden ließe, beide zu vereinen.“ Kirchlich gebundenes Denken und Existenzphilosophie haben beide einen grundverschiedenen Persönlichkeitsbegriff. „Der Sinn der Personlichkeit ist nach der Kirche ein anderer, welcher zusammenhängt mit Sünde und Schuld, so daß die Kirche von vorneherein dem Begriff des Schöpferischen mißtraut.“ Und doch kehrt sich auch katholisches Geistesinteresse immer mehr dem existentiellen Denken zu, „das allgemeine ideale Normen insofern ablehnt, als es aus der gegebenen Existenz und deren Notwendigkeiten das Ethos ableitet, nicht anschließend an ein ideell gefaßtes Wesen“. Demgegenüber macht Auer den Versuch, allgemeine Normen im Sinne des Thomas von Aquin als ethische Grundlagen der Askese aufzustellen, „ein unmodernes Wagnis, das nur von einem Teil selbst der katholisch Denkenden gebilligt wird, und welches Idealismus gegen Existentialismus führt“. Jede irrationale Begründung des geistlichen Lebens, auch die durch Wertfühlen, schaltet der Verfasser von vorneherein aus. Er wendet sich