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Es ist sehr zu begrüßen, daß Binswanger seine im Laufe der Jahre an verschiedenen Stellen erschienenen bedeutenden Beiträge zur „phänomenologischen Anthropologie“ in einem Sammelband veröffentlicht. Die gemeinsame Methode aller dieser Untersuchungen ist, wie der Verfasser im Vorwort sagt, bedingt durch die Sicht auf die wesenhaften Grundverhältnisse oder Grundstrukturen des Menschseins. Der Ausgangspunkt war ihm die Beschäftigung mit der Phänomenologie Husserls; durch sie, sowie durch die Beschäftigung mit Brentano war ihm ein für allemal „der naturwissenschaftliche Star gestochen“. Als weitere Paten seines Werkes sind ferner vor allem zu nennen die Daseinsanalytik Heideggers und die Psychoanalyse Freuds. Zu allen dabei zum Ausdruck kommenden Auffassungen der wesenhaften Grundzüge des menschlichen Daseins nimmt Binswanger in origineller und kritischer Weise Stellung.
Im ersten Aufsatz: „Über Phänomenologie“ erörtert der Verfasser die Beziehungen der Phänomenologie, die eine eidetische oder Wesenswissenschaft darstellt, zur Psychologie und Psychopathologie als empirischen Wissenschaften. Im Gegensatz zur Mittelbarkeit des unanschaulichen oder anschauungslosen Denkens handelt es sich hier um Anschaulichkeit, aber nicht um sinnliche, sondern um „kategoriale“ Anschauung (Husserl), die sich „über Sinnlichkeit“ aufbaut, und nicht um Wirklichkeit im naturwissenschaftlich - wahrnehmungsmäßigen