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Das neueste Werk des bekannten und hochgeschätzten Züricher Nervenarztes und Psychotherapeuten nimmt zu einer gerade in Deutschland besonders brennenden Frage der psychoanalytischen Praxis — und zwar in positivem Sinne — Stellung: zur Frage der Kurzbehandlung neurotisch erkrankter Menschen. Freud arbeitete bekanntlich mit seinen Patienten grundsätzlich jeden Werktag jeweils einstündig und hob die Wichtigkeit dieses ununterbrochenen Kontakts mit dem Patienten während der Behandlung als eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen der psychoanalytischen Arbeit hervor. Er sprach von einer „Sonntagskruste“, um damit anzudeuten, daß schon die Auslassung des einen Feiertags eine gewisse Lücke oder Verhärtung für die Behandlung bedeute. Inzwischen haben sich die Verhältnisse, nicht nur in Deutschland, so grundstürzend gewandelt, daß es aus äußeren Gründen wohl kaum mehr irgendwo möglich sein wird, einen Patienten täglich in der Praxis zu sehen, besonders wenn es sich um schwerere Neurosen handelt, deren Behandlung sich trotz dieser dichten Führung über längere Zeiträume erstreckt. Die Zeit des Psychotherapeuten ist knapp geworden, die Zeit der meisten Patienten ebenfalls, dazu kommt die allgemeine Verarmung, die derartige Ausgaben für eine seelische Behandlung nicht mehr erlaubt. So ist die Entscheidung über die Frage der Kurztherapie der Wahl des Psychotherapeuten weitgehend entzogen und in vielen Fällen zu einer gebieterischen Notwendigkeit geworden, wenn nicht überhaupt auf psychotherapeutische Einwirkung verzichtet werden soll. Allerdings wäre es ein folgenschwerer Irrtum, wollte man annehmen, daß Kurztherapie, die, wie in diesen Krankengeschichten Maeders, nur wenige Stunden, manchmal nur eine einzelne einstündige Begegnung umfaßt, in irgendeinem Sinne „leichter“ und bequemer zu handhaben, überhaupt irgendwie „technisch“ nach Angaben zu erlernen wäre. Im Gegenteil scheint wirksame Kurztherapie erst da möglich, wo auf seiten des Psychotherapeuten reiche Erfahr