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Das Büchlein interessiert auch den medizinischen Psychologen, da es die oft geschlechtlich bedingten Kämpfe zwischen Wirbeltieren systematisch schildert. Diese sind in der Regel keine formlosen Beißereien, sondern instinktiv geordnete Auseinandersetzungen. Oft beginnen sie erst nach der Besetzung eines „Territoriums“, an oder in dem der Verteidiger bei der Annäherung eines Artgenossen zunächst das „Imponiergehaben“ zeigt. Ihm folgt das mehr oder minder scharfe Gefecht, das durch die Demonstration einer auch als „Demutstellung“ bezeichneten Unterlegenheitsgeste des Verlierers plötzlich ein Ende findet. Dadurch wird die Angriffslust des Siegers unvermittelt gehemmt und seinem Gegner Leben und Existenz gesichert. Die das kämpferische Verhalten bestimmenden Instinkte sind in Anlehnung an Gedanken von Lorenz erörtert, der den angeborenen formbestimmenden Faktor in der Psyche der Tiere eine „Erbkoordination“ nennt. Oft ist der Kampf zwischen höheren Tieren überhaupt kein Gefecht, das vielmehr durch Kraftäußerungen ersetzt ist, die den Gegner einschüchtern, ohne ihn aber zu verletzen oder sonst zu schädigen. So pflegen Meisen nur durch Rüttelbewegungen mit den Flügeln zu drohen und dann vor dem Feind leidenschaftlich auf einen Zweig zu hacken. Möwen rupfen voreinander Gras aus und suchen sich darin gegenseitig zu übertreffen. In der Natur scheint also — sehr entgegen weit verbreiteten Meinungen — eine Tendenz zu herrschen, den echten Kampf innerhalb gleicher Arten durch ungefährliche Gesten zu ersetzen. Daß sich die Aggressivität und Destruktivität im Menschen — und nur in ihm — zu einer Maß- und Grenzenlosigkeit entfalten kann, muß mit seinem Wesen zusammenhängen (H. Kunz). In der sozialen Rangordnung gesellig lebender Tiere spielen kämpferische Auseinandersetzungen eine wichtige Rolle, bei Tauben hängt der Rang aber auch von dem im Schlag bewohnten Platz ab. Kampfgesten — aber eben doch keine echten Kämpfe — können die Paarung, zum Beispiel von Enten und Gänsen bestimmen