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Wie wichtig ist es, die Innere Medizin psychologisch aufzulockern und zu befruchten, braucht den Lesern dieser Zeitschrift gegenüber nicht betont zu werden. Die Krankengeschichten von Weizsäckers zeigen das sowohl dem Psychologen wie dem psychologisch interessierten Arzt in sehr eindringlicher Weise. Da die Frage der Durchführung eines solchen Unternehmens Schwierigkeiten macht, sei auf eine gemeinsame medizinisch-psychologische Arbeit hingewiesen, die in den Jahren 1940 bis 1945 an einer mittelgroßen Krankenhausabteilung in einer stark industrialisierten Mittelstadt zunächst nur in der Klinik, dann aber auch in der betriebsärztlichen Sprechstunde eines großen Industriewerkes durchgeführt wurde. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden bereits geschildert.1) Hier sei nur darüber berichtet, wie diese Arbeit durchgeführt wurde.
In seiner Lehrzeit als Internist und Neurologe hatte der Verfasser es immer wieder erlebt, daß das Krankheitsgeschehen in der Inneren Medizin weitgehend von sozialen und psychischen Faktoren abhängig ist, daß vor allem die Auseinandersetzung des Individuums mit seiner Umwelt es ist, die einen entscheidenden Einfluß auf das Kommen und Gehen von Krankheiten ausübt, und daß eine Berücksichtigung dieser sozialpsychologischen Faktoren eine wesentliche Bereicherung der internistischen Therapie darstellt. Das gilt nicht nur für die Neurosen, vornehmlich die Organneurosen und für die internistisch faßbaren Funktionsstörungen an den inneren Organen und die Krankheiten, die sich auf dem Boden solcher Funktionsstörungen entwickeln, sondern auch für die chronischen Infektionskrankheiten einschließlich der Tuberkulose. An der Weizsäckerschen Klinik lernte der Verfasser die Bedeutung der „sozialen Neurose“ in der Zeit der Arbeitskrise der dreißiger Jahre, dann aber auch die Bedeutung einer soziologischen Ergänzung des ärztlichen Gutachtens in der Sozialversicherung und in der Reichsversorgung kennen. Bei Übernahme der eingangs erwähntenKlinik galt es, diese Erkenn