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Die Arten ästhetischer Lebensanschauungen gleichen sich darin, daß sie dem Leben einen gewissen Zusammenhang, eine gewisse Einheit geben; denn es ist ein bestimmtes Ding, worum sich alles dreht. Andere Ästhetiker gründen ihr Leben auf das Mannigfaltige, und darum zersplittert sich ihr Dasein. Dabei muß ich etwas länger verweilen. Auch sie lehren: genieße das Leben; aber sie deuten das dahin: lebe der Lust. Die Lust aber ist in sich selbst eine Mannigfaltigkeit, und so muß ihr Leben sich in eine grenzenlose Mannigfaltigkeit zersplittern, wenn nicht etwa das Gelüste des Individuums von Jugend auf zu einer einzelnen Lust oder vielmehr Neigung determiniert ist; wie ja mancher seinen besonderen und stetigen Hang hat, zu fischen, zu jagen, Pferde zu halten und so fort. Sofern diese Lebensanschauung die Befriedigung in dem Mannigfaltigen sucht, muß sie in der Sphäre der Reflexion liegen; aber die Reflexion, die sie produziert, ist immer nur endliche Reflexion, und die Persönlichkeit verbleibt in ihrer Unmittelbarkeit. In der Lust selbst ist das Individuum unmittelbar, wie verfeinert, wie raffiniert, wie ausspekuliert sie auch sei. Wer genießt, ist im Moment; und weil er genießend im Moment aufgeht, ist er immer unmittelbar, wie mannigfaltig auch sein Genuß sei. Es gilt nun für sehr vornehm, seinem Gelüste zu leben. Doch sieht man diese Lebensanschauung, Gott sei Dank, selten durchgeführt, da die Beschwerlichkeiten des Lebens dem Menschen anderes zu denken geben. wäre das nicht der Fall, so könnte man gewiß öfter Zeuge dieses entsetzlichen Schauspiels sein; denn daß die Menschen, wie man öfter hört, sich über die Prosa des Lebens beklagen, besagt doch zumeist nichts anderes, als daß sie sich gerne dem wilden Wirbel der Lust überlassen möchten. Damit diese Anschauung sich konsequent durchführen lasse, muß das