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Im ostasiatischen Geistesleben spielt eine geistige Technik eine so große Rolle, daß das Denken und Empfinden, ja das ganze Leben und die kulturellen Leistungen der Völker des Fernen Ostens ohne deren Kenntnis nicht voll verstanden und gewürdigt werden kann. Diese Technik ist die Meditation.1)
Der Begriff der Meditation wird am besten erfaßt, wenn man sich die Unterschiede des meditativen vom gewöhnlichen diskursiven Denken klarmacht. Es sind dies vor allem folgende:
Das meditative Denken schreitet nicht von einem Punkte zum andern fort, sondern verharrt auf einer Stelle und sucht hier möglichst tief einzudringen.
Es breitet sich daher nicht aus, sondern vertieft sich. Die Tiefenschau oder Versenkung ist sein Ziel.
Der Geist wird bei der Meditation nicht, wie sonst beim Denken, angespannt, sondern entspannt.
Nur ein Gradunterschied, aber kein Wesensunterschied ist es endlich, daß die Meditation mit Bildvorstellungen, das diskursive Denken dagegen mit Begriffen arbeitet. Denn auch das vorgestellte Bild muß ein Begriff sein, um überhaupt „begriffen“ werden zu können, und anderseits muß der Begriff „bildhaft“, das heißt anschaulich sein, um aufgefaßt werden zu können.
Es ist der Zweck der Meditation, durch Konzentration der geistigen Fähigkeiten in für gewöhnlich unzugängliche Tiefen des Bewußtseins hinabzudringen