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Der Gedankengang der hier vereinten Abhandlungen bewegt sich in den Bahnen einer freiheitlichen, von der Reformation Luthers über den philosophischen Idealismus zu Schleiermacher hinführenden und in unserem Jahrhundert von der Gefühlspsychologie befruchteten Theologie, der das Glaubenserlebnis zum Anliegen „erster Ordnung“ wird, und die Leese grundsätzlich von der Glaubensdogmatik als einer „Theologie zweiter Ordnung“ unterscheidet. Voraussetzung dafür bildet die Überzeugung, das „Fühlen“ erschließe „eine viel tiefere Dimension als das Erkennen und Wollen“, die „vergleichsweise oberflächenhafteren Charakter tragen“. Demgemäß ist die Darstellung durch sehr bewegliche und feinfühlige, zu verwandten wie zu gegnerischen Anschauungen der Neuzeit kritisch Stellung nehmende Aufhellung der „religiösen Elementarphänomene“, andererseits. durch vielfältige Berührung mit psychologischer Betrachtung und ihren besonderen Fragestellungen gekennzeichnet.
Im Zuge der betonten Absetzung von der vorreformatorischen und systematischen Theologie, der sich aus der Gnadenerfahrung unmittelbar die Ordnung des Geistes aufbaut, liegt folgerichtig, daß die abgewehrte Gesetzlichkeit schließlich als dunkle Macht des „Schicksals“ wieder vor dem Blick auftaucht und gerade für dieses Urproblem des naturverfallenen Menschen eine Lösung gesucht wird. Aus der Verfassung des undogmatischen Gefühlsglaubens heraus kann sie begreiflicherweise nur im vernunftblinden Vertrauen auf die göttliche „Vorsehung“, also letztlich im religiösen Ethos gefunden werden.
Mit der erneut lastend gewordenen Frage nach dem Schicksal hängt aufs engste die nach dem „religiösen Sinn der Geschichte“ zusammen, deren Erörterung die vorliegende Schrift abschließt. Das im Beginn des vergangenen Jahrhunderts voll sich eröffnende „Dilemma“ der Geschichtsbetrachtung ist durch die Konfrontation der Auffassungen Hegels und Schopenhauers umrissen. Abgemildert wird es im Verhältnis Rankes zu Burckhardt aufgewiesen. Aber mit Hegel verbindet